Lesen Sie hier von den Erinnerungen von Luis Mahlknecht aus mehr als vier Jahrzehnten Dienst.<BR /><BR />Schon bei der ersten Wahl zeigte sich ein Wähler recht kreativ, zeichnete ein Schwein auf den Wahlzettel und schrieb den Namen eines Kandidaten dazu. Ein klares Zeichen, was man von diesem Menschen hielt.<BR /><BR /><embed id="dtext86-61879437_quote" /><BR />Nun haben sich die Zeichnungen und Protest-Aussagen auf den Wahlzetteln verringert, im allgemeinen wird korrekter gewählt, auch wenn noch immer zahlreiche Wahlberechtigte überhaupt keine Ahnung haben, worum es überhaupt geht. Auch werden Namen gerne verunstaltet, falsch geschrieben, und ein paar Mal ist es uns passiert, dass ich zusammen mit allen Wahlhelferinnen nicht imstande war, die hingekritzelten „Hieroglyphen“ zu entziffern.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="955759_image" /></div> <BR />Als noch der leider allzufrüh verstorbene Franz Schrott Wahlhelfer war, bestellte dieser jedes Mal belegte Brote bei einem nahen Restaurant und schickte die Rechnung der Gemeinde. Die ohne mit der Wimper zu zucken die Rechnung auch beglich. Heute glänzen – zumindest in St. Ulrich – die Gemeindeverwalter durch Abwesenheit und Desinteresse...<h3> Wenns im Wahllokal nach Waschpulver riecht</h3>Als einige Zeit die Wahllokale auch im Kindergarten untergebracht waren (darunter ein Jahr in der Wäscherei, wo die Wahlhelfer den ganzen Tag in einem Lokal ohne Fenster das Waschpulver-Aroma inhalieren durften), kam ein älteres Ehepaar in eine Sektion. Auf den Hinweis des Präsidenten, sie seien in der falschen Sektion, antworteten die beiden salopp: „Wir haben ja schon gewählt, wir finden nur nicht mehr den Ausgang aus diesem Gebäude.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-61879438_quote" /><BR /><BR />Ein Märchen erzählt seit jeher ein Wähler, der berichtet, früher habe man mit dem abgestempelten Wahlausweis beim „Englwirt“ eine Wurst mit Kraut bekommen.<BR /><BR />Skurril war auch die Situation am letzten Sonntag, als zwei Wählerinnen aus Südamerika die Wahlsektion im Ratssaal der Gemeinde St. Ulrich betraten. Dort hängen bekanntlich die Porträts der ehemaligen Bürgermeister. Da eine der zwei Frauen sehr verunsichert war, flüsterte die andere: „Sieh dir diese Bilder an, das sind die Kandidaten, such dir die passenden aus!“<BR /><BR />Als langjähriger Wahlhelfer kann man zwar nur schmunzeln, gleichzeitig aber erkennt man, dass auch die Einhaltung von Regeln immer problematischer wird (Kinder und Hunde in der Wahlsektion, vor allem aber Desinformation). Da darf man sich auch nicht wundern, dass einige Sektionen ewig lange brauchen, ihre Ergebnisse zu übermitteln. Wer schlampt, hat später eben das Nachsehen...<BR />