Montag, 11. September 2017

Auschwitz-Überlebende verurteilen Verfolgung der Rohingya

Das Internationale Auschwitz Komitee hat die gewaltsame Vertreibung der Rohingya aus Myanmar scharf verurteilt.

Auschwitz-Überlebende sind sehr bestürzt über die Ereignisse in Myanmar.
Auschwitz-Überlebende sind sehr bestürzt über die Ereignisse in Myanmar. - Foto: © shutterstock

„Auschwitz-Überlebende in aller Welt sind entsetzt und traurig über die Bilder, die sie aus Myanmar erreichen und die die ethnischen Säuberungen, mit denen die Rohingya gedemütigt, gemordet oder vertrieben werden, vor die Augen der Welt stellen“, teilte das Komitee am Montag mit.

Ethnische Säuberung in Myanmar 

„Sie sind dankbar, dass die Vereinten Nationen jetzt das, was in Myanmar geschieht, deutlich benennen: als eine ethnische Säuberung, die ohne den Aufschrei der Welt in weiteren Massenmorden münden wird“, hieß es weiter.

„Für Überlebende von Auschwitz zieht mit diesen Bildern von gehetzten und fliehenden Frauen und Kindern sowie brennenden Häusern eine dunkle Wand der Erinnerung auf. Es bestürzt sie sehr, dass Verbrechen wie die, die an den Rohingya verübt werden, in der heutigen Welt immer noch und offensichtlich immer wieder möglich sind“, teilte Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner mit.

„Besonders bedrückt sie in diesem Zusammenhang auch das Schweigen einer Trägerin des Friedensnobelpreises.“

Kritik an Friedensnobelpreisträgerin 

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die de-facto Regierungschefin von Myanmar ist, machte zuletzt „Terroristen“ für die neue Welle der Gewalt verantwortlich und sprach von einem „Eisberg an Falschinformation“. Sie wird international kritisiert.

Seit Ende August sind nach Angaben der Organisation für Migration (IOM) etwa 313.000 Angehörige der in ihrem Heimatland verfolgten muslimischen Minderheit in das Nachbarland Bangladesch geflüchtet.

Die Gewaltwelle hatte am 25. August mit Angriffen einer Rohingya-Rebellengruppe auf Polizei- und Militärposten in Myanmars Bundesstaat Rakhine begonnen. Die Armee antwortete nach eigenen Angaben mit einer „Räumungsoperation“. Geflüchtete berichteten, dass ihre Häuser niedergebrannt und Angehörige erschossen worden seien.

apa/dpa

stol