Mittwoch, 06. Juli 2016

Ausnahmezustand in Venezuela: Extreme Hungersnot

Fast 500 Frauen aus Venezuela wagten am Dienstag einen geschlossenen Grenzübergang nach Kolumbien um dort Essen zu kaufen.

Proteste stehen an der Tagesordnung: Venezuela im Ausnahmezustand
Proteste stehen an der Tagesordnung: Venezuela im Ausnahmezustand - Foto: © APA/AP

Fast 500 Frauen aus Venezuela haben wegen der Lebensmittelknappheit in ihrem Land laut Medienberichten einen geschlossenen Grenzübergang nach Kolumbien überquert und dort Essen gekauft. In Venezuela gebe es nichts zu essen, sagte eine der Frauen am Dienstag (Ortszeit) dem kolumbianischen Sender Caracol Radio. "Wir verhungern, wir sind verzweifelt." Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte im vergangenen August mehrere Grenzübergänge im Streit mit Kolumbien dicht gemacht.

 "Wir verhungern, wir sind verzweifelt."

Venezolanische Grenzbeamte hätten sie zunächst aufhalten wollen, sagte eine Frau der kolumbianischen Zeitung „El Tiempo“. Die Gruppe sei aber geschlossen über die Grenze geströmt. Im nordkolumbianischen Ort Cúcuta kauften die Frauen den Berichten zufolge in mehreren Supermärkten ein. Es war zunächst unklar, ob sie die Lebensmittel in ihre Heimat zurückbringen durften.

Galopierende Inflation

Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Eine galoppierende Inflation macht die Ersparnisse der Bürger zunichte, in den Supermärkten mangelt es an Lebensmitteln, und wegen fehlender Devisen können viele Unternehmen dringend benötigte Rohstoffe nicht mehr einführen.

dpa

stol