Rund 20 Prozent der Autos werden heute in Italien für die Langzeitmiete gekauft, weiß Ivo Barchetti, Chef der Barchetti-Gruppe, die neben mehreren Autohäusern auch ein Unternehmen für Auto-Langzeitmieten betreibt. <BR /><BR /><BR /><BR /><b>Der Unterschied</b><BR /><BR />Kaufen, leasen oder mieten? Das sind 3 unterschiedliche Paar Schuhe: <BR /><BR />1. Als <b>Käufer</b> bin ich Eigentümer eines Fahrzeuges und komme für sämtliche Kosten und Zusatzkosten, Steuer und Versicherung, eventuelle Unfallschäden und Reparaturen selbst auf. <BR /><BR />2. Beim <b>Leasing</b> gehört das Fahrzeug dem Anbieter, also der Leasinggesellschaft bzw. dem Autohaus. Der Leasingnehmer zahlt in der Regel über mehrere Jahre eine monatliche Rate, trägt gleichzeitig die volle Verantwortung für das Fahrzeug, kommt also auch für Wartung, Steuern, Versicherung und alle anderen Kosten auf. Und er kann das Auto nach Auslauf des Vertrages, sofern er das möchte, mit einer Restzahlung erwerben. Ansonsten nimmt es der Anbieter zurück. <BR /><BR />3. Ganz ähnlich ist es bei der <b>Miete</b> – und eigentlich doch ganz anders. Der Mieter bekommt vom Anbieter ein Auto zur Verfügung gestellt, für das er Miete zahlt, das er unter Beachtung der Vertragsregeln nutzen kann und nach Ablauf des Vertrages auf jeden Fall wieder zurückgibt. Der große Unterschied zum Leasing: Sämtliche Kosten und Risiken für das Fahrzeug trägt der Vermieter. Leasingverträge erstrecken sich zudem in der Regel über mehrere Jahre, gemietet wird meist 12, 24 oder maximal 48 Monate. <BR /><BR />Es gibt die Kurzzeitmiete und die Langzeitmiete. Von einer Langzeitmiete spricht man, wenn der Vertrag über etwa einen Monat hinausgeht. „Es handelt sich um eine Dienstleistung, vergleichbar mit einem Abo“, erklärt Ivo Barchetti und nennt als Beispiel das Abo für ein Fitnessstudio. „Gegen einen monatlichen Fixbetrag kann ich im Studio sämtliche Geräte nutzen, ohne für deren Wartung bzw. Funktion verantwortlich zu sein.“ <BR /><BR /><BR /><b>Die Vorteile</b><BR /><BR />„Unbürokratisch, bequem, sicher“ – mit diesen 3 Schlagworten beschreibt Ivo Barchetti die Vorteile der Langzeitmiete. <BR />Unbürokratisch und bequem deshalb, weil der Mieter nach Vertragsunterzeichnung praktisch nur ins Auto einsteigen und losfahren muss. Er braucht sich weder um die Anmeldung noch um die jährlich fällige Steuer oder Versicherung zu kümmern. <BR />Auch die Kosten für Reparaturen, die Wartung und sogar für Schäden nach einem Unfall trägt der Vermieter bzw. dessen Versicherung, sofern keine Selbstbeteiligung vorgesehen ist. „Das bedeutet, dass der Mieter von Beginn an ganz sicher weiß, wie viel er – abgesehen von den Treibstoffkosten und jenen für gelegentliche Autowäsche – monatlich für sein Auto ausgeben muss“, nennt Ivo Barchetti einen wichtigen Pluspunkt. <BR />Wenn also ein Bestandteil kaputt geht oder ein Stein die Frontscheibe beschädigt, muss sich der Mieter keine Sorgen machen. Im Notfall gibt es innerhalb kürzester Zeit einen Ersatzwagen vom Vermieter. <BR /><BR />Ein Vorteil ist auch die Flexibilität der Mietverträge: Der Mieter kann in der Regel aus unterschiedlichsten Modellen auswählen. Außerdem zahlt es sich aus, mit dem Vermieter einige Details bei den Bedingungen auszuverhandeln und so eventuell Mietkosten einzusparen.<BR />Übrigens: Autos, die in Langzeitmiete gegeben werden, sind immer neu und werden nach der Rückgabe auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkauft. Mieter haben meist eine große Modellauswahl.<BR /><BR /><BR /><b>Die Nachteile</b><BR /><BR />Die Automiete ist kein Sparprogramm. Die monatlichen Raten für gemietetes Auto belaufen sich je nach Vertragslaufzeit, Modell und Vertragsbedingungen auf rund 350 bis 1500 Euro. Das macht bei einer 500-Euro-Monatsmiete immerhin 6000 Euro für ein Jahr aus. Rein rechnerisch hat man im Vergleich zum Kauf also nichts gewonnen, ganz im Gegenteil. Aber: „Man spart Unmengen an Zeit, Nerven und hat null Risiko, was die Zusatzspesen anbelangt“, räumt Ivo Barchetti ein. Weil der Austausch eines Bestandteiles mit etwas Pech mehrere Tausend Euro kosten kann, ist letzteres Argument sicher nicht von der Hand zu weisen. <BR /><BR />Nachteilig kann sich die begrenzte Kilometerzahl auswirken. Im Vertrag ist nämlich festgelegt, wie viele Kilometer das Auto jährlich zurücklegen darf. Kommen mehr Kilometer als vereinbart zusammen, muss der Mieter eine Summe draufzahlen. Sind es weniger, bekommt er den entsprechenden Betrag dann aber auch gutgeschrieben. <BR />Tipp: Das Kleingedruckte in den Vertragsbedingungen lesen, sonst kann es mitunter zu bösen Überraschungen kommen, wenn das Fahrzeug beispielsweise nicht Vollkasko-versichert ist und es zu einem selbst verursachten Unfall kommt.<BR /><BR /><BR /><b>Für wen ist die Automiete interessant?</b><BR /><BR />Ivo Barchetti sagt: „Wir haben sowohl Firmen- als auch Privatkunden.“ Vor allem Betriebe mit einem größeren Fuhrpark würden sich viel Zeit und Aufwand sparen. Man denke etwa an die unterschiedlichen Termine für Autosteuer und Inspektion oder an Reifen, die regelmäßig gewechselt werden müssen. <BR />Wegen der steuerlichen Vorteile entscheiden sich Betriebe und Einzelunternehmer aber nach wie vor oft für das Leasing. Dieses zahlt sich für Privatpersonen hingegen selten aus. <BR /><BR />Privatpersonen mieten in der Regel dann, wenn das Auto nur für einen bestimmten Zeitraum gebraucht wird, wenn die Kostensicherheit eine große Rolle spielt, wenn jemand immer wieder mal ein neues Modell ausprobieren und sich sämtlichen bürokratischen und zusätzlichen finanziellen Aufwand sparen möchte. Oft sind es laut Ivo Barchetti junge Leute, die diese moderne Form des „Abos“ nutzen. <BR />