Mittwoch, 21. Februar 2018

Daimler will ab 2021 Elektro-Lkw in Serie produzieren

Der deutsche Autobauer Daimler nähert sich mit seinem vor 2 Jahren vorgestellten Elektrolaster der Marktreife. 20 Kunden sollen in den kommenden 2 Jahren 10 Exemplare des für städtischen Lieferverkehr gedachten Fahrzeugs „eActros“ erproben, kündigte Daimler-Trucks-Chef Martin Daum am Mittwoch in Stuttgart an.

Daimler will einen Elektro-Lkw in Serie produzieren. - Foto: daimler.com
Daimler will einen Elektro-Lkw in Serie produzieren. - Foto: daimler.com

Pilotkunden, darunter die deutsche Lebensmittelkette Edeka und der Lieferdienst Hermes, sollen den Realbetrieb 2 Jahre lang testen. „Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir unseren Mercedes-Benz eActros nun zügig weiterentwickeln, dass er dem harten Betriebsalltag entspricht – technisch und wirtschaftlich“, sagte Daum. Die Serien- und Marktreife der Lkw mit 18 und 25 Tonnen Gesamtgewicht und einer Reichweite von 200 Kilometern werde für 2020/21 angestrebt.

Daimler Nutzfahrzeuge hat im vergangenen Jahr bereits den leichten Lastwagen eCanter eingeführt. Bei den Transportern stehen der eVito und der eSprinter in den Startlöchern, bei den Bussen ein vollelektrischer Citaro. Doch anders als bei Elektroautos, mit denen Daimler bis 2025 rund ein Viertel seines Absatzes bestreiten will, wagte Daum keine längerfristige Absatzprognose. „Das wäre reine Spekulation – alles zwischen null und 100 Prozent ist möglich“, sagte er. Denn noch sei unklar, ob ein E-Laster kostengünstiger anzubieten sei als ein Diesel-Lkw. Viele Faktoren spielten für die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs eine Rolle und seien offen: Diesel versus Strompreis, Mauthöhe für E-Laster, Wartung und Haltbarkeit der Batterie sowie die damit verbundenen Restwerte.

Sollte die Produktion 2021 starten, kalkuliere Daimler mit einer Jahresproduktion von zunächst 1.000 Fahrzeugen, erklärte der Chef von Mercedes-Benz Lkw, Stefan Buchner. Vom kleineren eCanter werden zum Einstieg zunächst 500 Exemplare im Jahr gebaut. Da in den ersten Jahren die Elektrofahrzeuge teurer seien als vergleichbare mit Verbrennungsmotor, müssten sich die Kunden an höhere Transportkosten gewöhnen, forderte Buchner. „Es muss ein Umdenken stattfinden, dass Transportleistungen teurer werden können.“

Auch andere Lkw-Hersteller arbeiten an Elektro-Lastwagen, um schadstofffreie Alternativen zu Diesel-Fahrzeugen anzubieten. So will die VW-Tochter MAN ebenfalls ab 2021 größere Stückzahlen von E-Lastern auf den Markt bringen. Im November hatte der US-Elektroautobauer Tesla angekündigt, einen schweren E-Laster namens Semi ab 2019 anzubieten. Der Lkw ist im Unterschied zu den Modellen von Daimler und MAN für die Langstrecke von bis zu 800 Kilometern gedacht und mit 36 Tonnen auch schwerer als der eActros.
apa/reuters

stol