Erstaunlicher ist da, wie viele junge Fahrzeuge mit Mängeln bei der HU auffallen – oder sogar durchfallen: Nach nur drei Jahren hat in Deutschland jeder achte Wagen (12,9 Prozent) leichte Mängel, und 6,1 Prozent haben erhebliche Mängel. Das ergibt sich aus dem deutschen Report 2013 des Technischen Überwachungsvereins (TÜV), für den in Deutschland rund 8,1 Millionen HU-Prüfungen zwischen Juli 2011 und Juni 2012 ausgewertet wurden.Der TÜV Report ist Deutschlands auflagenstärkster Gebrauchtwagenratgeber und wertet seit mehr als 40 Jahren die Ergebnisse der vom Gesetz vorgeschriebenen Hauptuntersuchungen aus.Für den jüngsten TÜV Report 2013 werteten die Experten mehr als acht Millionen Hauptuntersuchungen (HU) zwischen Juli 2011 und Juni 2012 aus. Recht gut schnitten deutsche Marken ab – unter den jüngeren Autos wies der VW Polo die geringste Mängelquote auf. Die TÜV-Experten weisen aber auch auf einen positiven Trend hin: So nahm zugleich der Anteil der mängelfreien Fahrzeuge zu. Waren es im Jahr 2007 noch 48,3 Prozent, kamen jetzt 55,1 Prozent ohne Beanstandung durch.Die Quote der erheblichen Mängel bei Autos aller Altersklassen hat sich insgesamt leicht erhöht: Jeder fünfte Wagen (20 Prozent) fiel im ersten Anlauf durch die HU (TÜV-Report 2012: 19,7 Prozent). Komplett mängelfrei waren laut dem VdTÜV nur 55,1 Prozent (TÜV-Report 2012: 53,9 Prozent).„Die Mängelquote bei den zwei- bis dreijährigen Wagen zeigt, dass es verschleißanfällige Fahrzeugteile gibt, die bereits in jungen Autojahren ausfallen können“, erklärt Johannes Näumann vom Verband der Technischen Überwachungs-Vereine (VdTÜV). „Am häufigsten gehört dazu die Beleuchtung.“ Vereinzelt würden auch Defekte an Achsen, Lenkung, Auspuff oder Bremsen junger Wagen beanstandet.Für Halter junger Fahrzeuge sind Mängel natürlich ein besonderes Ärgernis. „Das zeigt aber auch, dass junge Autos genauso verantwortungsvoll gewartet und gepflegt werden müssen wie ältere“, sagt der VdTÜV-Sprecher. Die Beleuchtung könne jeder selbst regelmäßig kontrollieren. Flecken auf der Garageneinfahrt deuteten auf Ölverlust hin. „Und wenn eine Warnlampe im Cockpit aufleuchtet oder sich das Fahrverhalten eines Autos spürbar verändert, wird ein Werkstattbesuch besser nicht mehr auf die lange Bank geschoben“, rät Näumann.Dem Mängelreport zufolge hatten die TÜV-Prüfer unter den Autos im Alter bis drei Jahren am wenigsten am VW Polo zu beanstanden, gefolgt vom Mazda3 und Audi Q5. Der Anteil der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln lag bei diesen Modellen zwischen 2,2 und 2,8 Prozent. Schlusslichter bei den jungen Wagen sind der Daihatsu Sirion, Fiat Doblo und Dacia Logan, von denen bei der ersten HU ihres Autolebens 12 bis 13,3 Prozent erhebliche Mängel aufwiesen. Im Schnitt haben dreijährige Autos 47 000 Kilometer auf dem Tacho.Auffallend seien über die Jahre hinweg die überproportional hohen Mängelquoten bei der Beleuchtung. „Dieses Phänomen betrifft nicht nur die Pkw, sondern auch Nutzfahrzeuge und Busse“, betont Brüggemann. So wurde bereits bei mehr als acht Prozent der dreijährigen Autos ein defektes Licht festgestellt, bei den älteren Fahrzeugen waren es sogar fast ein Drittel. Dabei sei die kurze Kontrolle der wesentlichen Funktionen am Auto vor jeder Fahrt eigentlich vorgeschrieben. „In der Praxis hält sich daran anscheinend aber kaum jemand“, sagt Brüggemann.dpa