Dienstag, 01. September 2015

Auweia, Herr Minister, was für ein Fehltritt!

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann bezeichnet Roberto Blanco in einer TV-Show als einen „wunderbaren Neger“.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sorgte am Montagabend für einen Eklat im deutschen Fernsehen.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sorgte am Montagabend für einen Eklat im deutschen Fernsehen. - Foto: © APA/DPA

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat in der ARD-Sendung „Hart aber Fair“ den Schlagerstar Roberto Blanco (78) als „wunderbaren Neger“ bezeichnet.

In der Talkshow von Frank Plasberg diskutierten die Gäste am Montagabend zum Thema „800 000 Flüchtlinge – schafft Deutschland das?“. Am Tisch sitzen der bayrische Innenminister Herrmann, die nach Deutschland geflüchtete Nurjana Arslanova, der Journalist und Moderator Ranga Yogeshwar, Grünen-Chefin Simone Peter und Ulrich Reitz, Chefredakteur des Magazins „Focus“.

"Ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“

Als der „Focus“-Chefredakteur Erfolgsgeschichten von Einwanderern einbrachte, sagte Herrmann: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“

Beim FC Bayern spielten auch eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit, und das fänden die Fans von FC Bayern auch gut, fügte der CSU-Politiker hinzu.

Der Focus-Chef stutzt, lacht peinlich berührt. Auch Moderator Plasberg bringt bis auf ein verdutztes „Holla!“ erst einmal wenig heraus.

Shitstorm in den sozialen Medien 

Nach der Sendung hat Herrmanns Fauxpas einen gewaltigen Shitstorm in den sozialen Medien ausgelöst.

Die Bezeichnung „Neger", die im 17. Jahrhundert in die deutsche Sprache eingeführt wurde, gilt heute als Schimpfwort sowie rassistische Bezeichnung.

Joachim Herrmanns Attacke gegen Italien 

Bereits Mitte August war Bayerns Innenminister in den Schlagzeilen (STOL hat berichtet), als er Italien und Griechenland "krass nachlässiges Verhalten" vorwarf, weil sie in der Flüchtlingsfrage "jeden Tag tausendfach gegen europäische Regeln" verstießen, um den deutschen Steuerzahlern die Folgekosten aufzubürden.

dpa

stol