Freitag, 29. Januar 2016

Backstage: „Hand aufs Herz“

Eine Menge Herzblut und Leidenschaft hätten sie der Gründung der Band im Jahr 2004 investiert, sagen die fünf Punkrocker aus dem Eisack- und Wipptal. Die harte Arbeit hat sich gelohnt. Vor allem in Deutschland sind „Unantastbar“ derzeit äußerst erfolgreich, ihr jüngstes Album „Hand aufs Herz“ – im Jänner 2016 erschienen – schaffte es auf Anhieb unter die Top 5 der deutschen Charts. Wer aber sind „Unantastbar“?

Die Band "Unantastbar" - Foto: Holger Fichtner
Die Band "Unantastbar" - Foto: Holger Fichtner

Seit der Gründung besteht die Band aus demselben Line-up: Joachim „Joggl“ Bergmeister (Gesang) Christian Heiss (Gitarre) Thomas Conrater (Gitarre) Mathias „Spitzi“ Speranza (Bass) und Florian „Schkal“ Wieser (Drums). Ein kurzer Rückblick: Ihr Debutalbum „Niemals wie Ihr!“ erschien 2006. Im Jahr 2009 folgte dessen Nachfolger „Rebellion“. Im August 2011 erschien das Album „Schuldig“, das bis auf Platz 33 der deutschen Albumcharts vordrang.

Im Januar 2013 legte die Band mit dem Album „Gegen die Stille“ nach, das auf Platz 23 der Albumcharts in Deutschland landete. Einen weiteren Aufwärtstrend gab es mit „Fluch & Segen“, das im Jahr 2014 erschienen Album. Damit erreichte „Unantastbar“ Rang 13 der deutschen Charts. Mit dem neuen Album „Hand aufs Herz“ dringt man aber in eine neue Dimension vor. Ein Gespräch über Erfolg und über die Vergangenheit. 

Backstage: Wie würdet ihr eure Musik charakterisieren, als Deutschrock oder als Punkrock? 

Christian Heiss: Als Punkrock. Wir waren immer schon Punkrock, da wir mit unserer Musik und unseren Texten etwas vermitteln wollen. 

Backstage: Nämlich? 

Christian Heiss: Wir sind gesellschaftskritisch, rebellisch und bringen gleichzeitig auch alltägliche Geschehnisse in unsere Texte ein. Punk eben. 

Backstage: Zur Zeit der Gründung von „Unantastbar“ im Jahr 2004 war deutscher Punkrock noch nicht so populär. Das hat sich in den Folgejahren verändert. Gab es einen Auslöser? 

Florian „Schkal“ Wieser: Als sich die „Böhsen Onkelz“ getrennt haben, ist ein schwarzes Loch entstanden. Das kam Bands wie „Frei.Wild“ und auch uns zugute. Mittlerweile haben sich diese ganzen Bands aber eine enorme Fangemeinde erarbeitet. Dieser Erfolg ist wohl der gemeinsame Erfolg vieler Bands. 

Backstage: Mit „Frei.Wild“ und „Unantastbar“ kommen gleich zwei der erfolgreichsten Vertreter dieses Genres aus Südtirol. Wie kann man sich das erklären? 

Thomas Conrater: Wir machen gute Musik, ganz einfach. Zudem sind wir – wie eben auch „Frei.Wild“ – äußerst fleißig. Wir arbeiten jeden Tag an unserer Musik, an unserer Technik und an uns selbst. Wir machen alles in Eigenregie. Ich denke, das macht einen guten Teil unseres Erfolgs aus. Für uns selbst ist es wichtig zu wissen, dass wir es alleine dorthin geschafft haben, wo wir jetzt stehen. 

Backstage: Euer Sänger Joachim „Joggl“ Bergmeister hat gemeinsam mit Sänger Philipp Burger vor vielen Jahren in der Rechtsrock-Band „Kaiserjäger“ gespielt. Da stellt sich natürlich unweigerlich die Frage nach der politischen Gesinnung von „Unantastbar“. Ist „Unantastbar“ rechts? 

Joggl Bergmeister: Definitiv nicht. Ich kann und will nicht verleugnen, was in Vergangenheit war. Ich kann es auch nicht ungeschehen machen. Ich bin in der Zwischenzeit aber älter geworden, reifer und weiß was ich will. Und rechts-sein gehört definitiv nicht dazu. „Unantastbar“ ist Punk und ganz sicher keine rechte Band. 

Backstage: Euer neues Album „Hand aufs Herz“ hat es unter die Top 5 der deutschen Albumcharts geschafft. Was ist bei diesem Album anders, als bei den vorhergehenden? 

Christian Heiss: Dieses Album ist unsere bisherige Meisterleistung. Man merkt, dass wir reifer geworden sind. Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens einen Prozess durch, genauso wie wir als Band. Auf „Hand aufs Herz“ haben wir daher auch hin und wieder ruhigere Töne angeschlagen. Das war aber durchaus so gewollt, wir hatten Bock auf so ein Album. 

Backstage

___________________________________________ 

Ein ganzseitiges Portrait über „Unantastbar“ gibt es im aktuellen „Dolomiten“-Magazin und das Radiointerview und eine aktuelle Single auf „Südtirol 1“ ab 17 Uhr (Wiederholungen am Samstag ab 19 Uhr und am Sonntag ab 17 Uhr)!

stol