Freitag, 16. Oktober 2015

Backstage: „Ich will ein Heimatland mit Verstand“

Ehrlich und authentisch, kraftvoll, kritisch, aus dem Bauch heraus – so könnte man unseren „Backstage“-Künstler dieser Woche am besten beschreiben: den Folk-Sänger Dominik Plangger. „trans/alplantisch“ nennt sich seine aktuelle Veröffentlichung, ein ruhiges, gefühlvolles Album.

Dominik Plangger, unser "Backstage"-Künstler der Woche
Dominik Plangger, unser "Backstage"-Künstler der Woche

Groß vorstellen braucht man ihn nicht mehr. Der 35-jährige Dominik Plangger ist inzwischen nicht nur in Südtirol, sondern auch in Österreich und Deutschland bekannt und auf den großen Liedermacher-Bühnen zuhause.

Angefangen hat alles in seiner Kindheit. Aufgewachsen in Stilfs im Vinschgau, hat Plangger bereits als Sechsjähriger angefangen Gitarre zu spielen. In seinem Musikgeschmack beeinflusst worden ist er auch durch seine Eltern und die älteren Geschwister. Daheim hörte man nämlich vornehmlich Bob Dylan oder Reinhard May. „Das prägt natürlich“, sagt Plangger.

Vor zehn Jahren ist Plangger nach Wien gezogen. „Dort ist es als Künstler einfacher, das Netzwerk ist größer und Wien ist eine weltoffene Stadt“, sagt er. Heimat ist für ihn trotzdem immer noch wichtig. „Ich fühle mich wohl in Südtirol, wenn ich meine Familie und meine Freunde besuche.“ In seinem aktuellen Song „Heimatland“ plädiert er aber auch für ein offeneres Südtirol: „Ich will kein Heimatland der alten Werte, ich will kein Heimatland der Tradition, ich will ein Heimatland der tausend Sprachen, ich will ein Heimatland mit Verstand“, heißt es darin. Der restlichen Songs des neuen Albums „trans/alplantisch“ sind eher ruhig, gefühlvoll und zum großen Teil Liebesballaden. Plangger ist schon gespannt, wie die neuen Songs bei der aktuellen Südtirol-Tournee (hat am 16. Oktober begonnen, Anm. d. Verf.), wie er sagt.

Für ein paar Monate im Jahr zieht es ihn dann aber dann doch immer wieder weg von den Bühnen, hin zu seinen Wurzeln: „Ich versuche jedes Jahr im Sommer auf einer Alm als Hirte zu arbeiten.“ Das gebe ihm wieder ein großes Maß an Bodenständigkeit und lasse ihn zu sich kommen. Diese Bodenständigkeit merkt man ihm an. Trotz seines stetig wachsenden Erfolges hat Plangger die Bodenhaftung nicht verloren. Und genau das macht – neben seiner kraftvollen Stimme, seinen hervorragenden Texten und der großartigen Gitarrenarbeit – einen wichtigen Teil seines Erfolges aus.

sor

___________________________________________________________

Ein ganzseitiges Portrait über Dominik Plangger gibt es im aktuellen „Dolomiten“-Magazin, das Radio-Interview und einen aktuellen Song gibt’s auf Südtirol 1 ab 17 Uhr (Wiederholungen am Samstag ab 19 Uhr und am Sonntag ab 17 Uhr)!

stol