Freitag, 6. Mai 2022

Bozner bastelt Pop mit Sinn und Synths

Der Bozner Sascha Giacomuzzi hat sich dem Synth-Pop verschrieben. Als Beat Noir Deluxe verknüpft er elektronische Klänge und Rhythmen mit Inhalten, die zum Nachdenken anregen wollen. Bei „King Pawn Sacrifice“, seinem aktuellen Song, hat er ein sozialkritisches Thema gewählt: Er beschreibt darin die Oberflächlichkeit der heutigen Gesellschaft – vor allem wegen Social Media.

Beat Noir Deluxe liefert Synth-Pop vom Feinsten. - Video: stol

Fällt der Begriff Synth-Pop, denkt man zwangsläufig an die 1980er-Jahre, als Bands wie Depeche Mode und viele andere elektronische Klangerzeuger zu den Hauptdarstellern ihrer Musik erhoben. Anfangs war das ein Tabubruch. Man konnte sich als Musikliebhaber bzw. als Band entweder am Synthesizerfreundlichen oder -feindlichen Lager orientieren. Beide Welten schienen unvereinbar zu sein. Seither hat sich viel getan. Synthesizer und Co. sind in vielen Produktionen zum Standard geworden. Keiner fragt mehr, ob ein Künstler nun traditionelle oder rein elektronische Instrumente einsetzt.

Während musikalisch heute so gut wie alles möglich ist, stellt Giacomuzzi an anderer Stelle eine riesige Polarisierung fest: „Durch die sozialen Netwerke haben die Vereinfachung im gesellschaftlichen und politischen Diskurs und die Schwarz-Weiß-Kategorisierung in Bezug auf Themen und Personen enorm zugenommen“, sagt er. „Eine etwas tiefergehende Diskussion und Auseinandersetzung ist kaum noch möglich. Man bleibt stets an der Oberfläche und ist an Details gar nicht interessiert. Die Herausforderungen unserer Zeit sind komplex, in den sozialen Netzwerken ist jedoch kein Platz für diese Komplexität“, erklärt Giacomuzzi.

Der König als Bauernopfer

Gleichzeitig beobachte man auf der politischen Bühne, wie Persönlichkeiten binnen kürzester Zeit nach oben gehievt werden, nur weil sie offenbar eine besondere Wirkung auf Menschen haben und sich so zum politischen Popstar eignen. „Das ist das einzige, was zu zählen scheint. Erfüllt die Persönlichkeit – einmal zur Führungsfigur gemacht – die meist unrealistischen Erwartungen nicht, wird sie wieder beseitigt. Und zwar von denselben Leuten, die sie vorher gefeiert und nach oben geschoben hatten.“

Der König wird zum Bauernopfer, wie dies Giacomuzzi alias Beat Noir Deluxe in seinem aktuellen Song „King Pawn Sacrifice“ nennt. Diese ernste und auch sozialkritische Komponente ist typisch für seine Musik – und für seine Nische, die er besetzt und mit der er Monat für Monat einige Tausend Hörer auf Spotify und YouTube begeistert.

Das Projekt Beat Noir Deluxe geht auf ein tragisches Ereignis im Leben des Künstlers zurück: „2017 hatte ich einen schweren Verkehrsunfall auf Fuerteventura. Ich lag 2 Monate im Krankenhaus. In dieser Zeit wurde mir bewusst, wie schnell das Leben vorbei sein kann. So fasste ich den Entschluss, das Musikmachen nach einer Pause von über 15 Jahren wieder aufzunehmen.“ Der Synth-Popper bastelt seither fleißig an neuen Releases. Der nächste ist bereits in der Pipeline: Die Single „Start over again“ werde voraussichtlich Ende Mai erscheinen, verrät er uns.

Einen ganzseitigen Bericht über Beat Noir Deluxe gibt's im aktuellen „Dolomiten“-Magazin und die aktuelle Single und das Radio-Interview auf „Südtirol 1“ ab 16 Uhr (Wiederholungen am Samstag ab 19 Uhr und am Sonntag ab 17 Uhr)!

hil

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden