Freitag, 13. Mai 2022

Gabriel Haller: Der Herzöffner

Einen Moment lang innehalten, das Hier und Jetzt genießen und nicht rastlos nach Neuem, vermeintlich Besserem suchen – Musik kann uns dabei helfen. Musik wie „Auftian“ des Südtiroler Singer-Songwriters Gabriel Haller. Ein Song, der nicht sehr viel mehr braucht als eine herzerwärmende Stimme, eine Gitarre und ein bisschen Beiwerk.

Gabriel Haller präsentiert seinen Song „Auftien“. - Video: stol

Haller kommt aus Riffian, lebt aber seit knapp 4 Jahren in Berlin, wo er auch seinem Hauptberuf nachgeht: Haller ist Religionslehrer. Nebenbei tut er das, was er schon sein ganzes Leben lang macht: nämlich Musik. Als Kind musizierte er in der Familie, in seiner Jugend in der Musikkapelle, später in einer Rockband, danach noch in einigen weiteren Formationen.

Als Singer-Songwriter ist Haller im Jahr 2020 erstmals in Erscheinung getreten – und zwar mit dem Song „Frühling“. Seinen Stil bezeichnet er als Mundart-Folk, Folkmusik im Südtiroler Dialekt, seiner Muttersprache. „Ich erzähle Geschichten in Melodien. Geschichten, die einen zum Schmunzeln und auch ein wenig zum Nachdenken anregen sollen“, sagt Haller zu „Backstage“.

Sein aktueller Song „Auftian“ verbindet einerseits den positiven und andererseits den kritisch-reflexiven Charakter miteinander. Wer sich nur kurzzeitig aufmuntern lassen möchte, kann sich nach der ersten Zeile „Sing decht mol a Liad, des auftuat mein Herz“ gedanklich schon vom Song verabschieden und sich von der Melodie und Stimmung des Songs treiben lassen. Wer genauer hinhört und den Song als Schubser in die richtige Richtung interpretiert, hat längerfristig wesentlich mehr davon.

Raum für frische Gedanken


Haller singt davon, dass wir uns nicht von Ängsten leiten bzw. hemmen lassen und Glück und Zufriedenheit nicht ständig an einem anderen Ort – physisch wie emotional – suchen sollten. Der Interpretation des Hörers lässt Haller bei den Lyrics viel Raum. „Entstanden ist der Song mitten im Lockdown, als ich selber oft sehr niedergeschlagen war. Diesen Zustand wollte ich überwinden, das Schreiben hat mir dabei tatsächlich geholfen“, erklärt er.

„Auftian“ kommt mit wenig aus: Der Song braucht nur Hallers Stimme, seine Gitarre, da und dort ein paar Mundharmonikaparts und elektronische, aber äußerst dezente Drums.

Einen ganzseitigen Bericht über Gabriel Haller gibt's im aktuellen „Dolomiten“-Magazin und die aktuelle Single und das Radio-Interview auf „Südtirol 1“ ab 16 Uhr (Wiederholungen am Samstag ab 19 Uhr und am Sonntag ab 17 Uhr)!

hil

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