Freitag, 09. April 2021

Rittner rappt: „Wert schun gian“

Daniel Frasnelli ist ein 21-jähriger Nachwuchsproduzent vom Ritten. Bekannt war er bislang hierzulande vor allem Clubgängern unter dem Pseudonym Narfos. Mit seinem neu geschaffenen musikalischen Alter Ego Sarfon schlägt er nun andere Wege ein. Sein Debüt nennt er „Wert schun gian“.

Als Sarfon debütiert er mit „Wert schun gian“. - Foto: © privat
In fast 8 Jahren „Backstage“ durften wir schon sehr viele Künstlerinnen und Künstler aus Südtirol bei uns vorstellen. Die allermeisten von ihnen sind schon sehr früh mit Musik in Berührung gekommen, viele lernten im Kindesalter ein Instrument oder widmeten sich intensiv dem Gesang. Bei Daniel Frasnelli war das ganz anders: „Ich habe nie ein Instrument gelernt und wollte nie Musiker oder Produzent werden“, sagt er. „Das war vielmehr ein Zufall. Eines Tages gab ich dem Rittner Dorfelektriker meinen Laptop, damit er ihn wieder auf Vordermann bringt. Das tat er auch und installierte zusätzlich ungefragt eine Musiksoftware auf meinen Rechner. Das war 2015“, erzählt Frasnelli. „Diese Software faszinierte mich von Anfang an. Ich setzte mich intensiv mit den einzelnen Funktionen auseinander und ließ meiner Kreativität freien Lauf.“

Die ersten eigenen Songs, die er am Laptop bastelte, folgten bald. Ab 2016 veröffentlichte er unter dem Namen Narfos erste Nummern, die man grob als härtere, elektronische Tanzmusik beschreiben könnte: stampfenden Partysound mit einem gewissen Hang zum Trash und Millionen von Klicks auf Youtube und Co.

Mit Sarfon wechselt der Rittner nun in ein anderes Fach. Oder sagen wir: Er erweitert seine musikalische Bandbreite. „Bei Sarfon geht es mir mehr ums Songwriting, und der Fokus liegt ganz klar auf den Texten. Ich bin eine sehr nachdenkliche Person, diese Facette bringe ich mit Sarfon zum Ausdruck.“ Auch stilistisch hat Sarfon mit Narfos so gar nichts zu tun. Bei seiner Debütsingle „Wert schun gian“ präsentiert Sarfon Dialektrap mit vergleichsweise dezenten elektronischen Beats. Der Inhalt des Songs ist ernst, aber positiv: „Der Song thematisiert schwierige, depressive Phasen und den Versuch trotz aller Widrigkeiten einen gewissen Optimismus zu entwickeln. So passt er irgendwie auch gut in diese aktuelle Zeit, in der besonders viele Menschen schwierige Phasen durchlaufen“, sagt er. Gesangliche Unterstützung erhält Sarfon von Berise, dem Gründungsmitglied von Shanti Powa.

Einen ganzseitigen Bericht über Sarfon gibt's im aktuellen „Dolomiten“-Magazin und eine aktuelle Single und das Radio-Interview auf „Südtirol 1“ ab 16 Uhr (Wiederholungen am Samstag ab 19 Uhr und am Sonntag ab 17 Uhr)!

hil

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