Auf die Lebensmittelkennzeichnung hatten die Grüne Brigitte Foppa und SVP-Mandatar Manfred Vallazza seit Beginn der Legislatur mit Beschlussanträgen und Gesetzesentwürfen hingearbeitet: Erst einsam, dann gemeinsam und mit Unterstützung von Franz Locher und Sepp Noggler. <BR /><BR />„Es war eine lange Vermittlungsarbeit. Man hätte alles noch schärfer formulieren können, doch wir wollten, dass es auch machbar ist“, sagt Foppa. Im März dürfte das Plenum den Entwurf verabschieden. Breite Mehrheiten sind ihm nach dem einstimmigen Ja des Gesetzgebungsauschusses am Mittwoch gewiss.<BR /><BR />Das Gesetz sieht die verpflichtende Herkunftsbezeichnung von tierischen Produkten wie Fleisch, Milch und Eiern in der Gemeinschaftsverpflegung vor. Dazu zählen Gastronomie, Kantinen, Mensen in Schulen Betrieben und Krankenhäusern, Catering-Unternehmen, aber auch (mobile) Verkaufsstände. <h3> „Herkunft unbekannt“ ist möglich</h3>Zu kennzeichnen sind Zutaten, wenn sie 50 Prozent des Gerichts ausmachen: „Also das Fleisch beim Wienerschnitzel oder das Joghurt bei der Terrine zum Dessert“, so Foppa. „Aber auch Eier, wenn sie zum Frühstück bereit liegen“, so Vallazza. Die Pflicht gilt nicht für verarbeitete Fleischprodukte wie Wurst.<BR /><BR />Anzugeben ist zumindest das Herkunftsland. Wer seine Produkte von lokalen Anbietern bezieht, wird diese aber sicher anführen, so die beiden Einbringer. Möglich ist auch die Angabe „Herkunft unbekannt“. Darüber wurde gestern in der Kommission lange diskutiert und diese Passage einstweilen im Gesetzestext belassen. „Wichtig ist, dass keiner gar nichts angeben darf. Wer auf der Speisekarte überall ,Herkunft unbekannt' schreibt, soll es tun. Es ist aber sicher keine gute Visitenkarte für das Restaurant“, so Foppa. <BR /><BR /><embed id="dtext86-57841255_quote" /><BR /><BR />Denn: Die Kennzeichnung schaffe ein neues Bewusstsein. „Wirte werden in Zukunft anders und lokaler einkaufen“, so die Einbringer. Foppa geht es in erster Linie um Klima und Tiere. Eltern sei es zudem wichtig, dass ihren Kindern in der Mensa gute Produkte serviert werden. „Zu wissen, was am Teller liegt, ist ein Mehrwert für Konsumenten. Es wird etwas dauern, aber dann werden die Leute mehr heimische Produkte kaufen, was sich hoffentlich positiv auf Auszahlungspreise, besonders für Milch niederschlägt“, so Vallazza.<BR /><BR />Damit es nicht allzu lange dauert, bis der Konsument lokalen Produkten den Vorzug gibt, ist eine Sensibilisierungskampagne vorgesehen. Heuer sollen 200.000 Euro fließen – wie man hört, aus dem Etat der IDM.<BR />Ein Gesetz ist nichts wert, wenn nicht auch Sanktionen vorgesehen sind. Diese belaufen sich auf 300 Euro; im Wiederholungsfall auf 600 Euro. Für die Kontrollen ist der Sanitätsbetrieb zuständig. Die Kosten belaufen sich auf 20.000 Euro im Jahr. <BR />