Montag, 27. April 2015

Ban macht Israel für Angriffe auf UNO-Schulen in Gaza verantwortlich

Eine Untersuchung der UNO hat Israel für Angriffe auf UNO-Einrichtungen während seiner Gaza-Offensive im vorigen Sommer verantwortlich gemacht. Der israelischen Armee werden in dem am Montag veröffentlichten Bericht sieben Attacken auf Schulen vorgeworfen, die vom UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) betrieben werden und wo Bewohner des Gazastreifens Zuflucht gesucht hatten.

Ban Ki-moon
Ban Ki-moon - Foto: © APA/AP

„Ich bedauere zutiefst die Tatsache, dass mindestens 44 Palästinenser als Folge der israelischen Aktionen getötet wurden“, schrieb UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon in einem Brief an den Weltsicherheitsrat. Mindestens 227 Menschen seien durch Angriffe auf in Notunterkünfte umfunktionierte UNO-Einrichtungen verletzt worden. Die Attacken seien eine „äußerst ernste Angelegenheit“, fuhr Ban fort. „Die Hoffnung und das Vertrauen“ von Flüchtlingen, die sich in Sicherheit bringen wollten, sei zerstört worden.

Der Generalsekretär hatte im November eine fünfköpfige Kommission beauftragt, die Angriffe zu untersuchen. Zugleich ging die Kommission Vorwürfen nach, dass die radikal-islamische Palästinenser-Bewegung Hamas die vom UNRWA betriebenen Schulen als Waffenlager missbraucht habe. Ban bestätigte in seinem Schreiben an den Sicherheitsrat, dass in UNO-Einrichtungen Waffen versteckt worden seien. In wahrscheinlich zwei Fällen hätten palästinensische Kämpfer aus den Schulen heraus das Feuer eröffnet. Dies sei „inakzeptabel“, erklärte Ban.

Die israelische Armee hatte im Juli und August vergangenen Jahres den Gazastreifen angegriffen, um den Raketenbeschuss durch palästinensische Extremisten zu stoppen. Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen wurden laut UNO rund 2.200 Palästinenser, in der großen Mehrheit Zivilisten, getötet. Auf israelischer Seite starben 73 Menschen, darunter 67 Soldaten.

apa/dpa

stol