Donnerstag, 24. August 2017

Barcelona-Terror: Richter lässt zweiten Verdächtigen frei

Eine Woche nach den Anschlägen in Katalonien hat der Ermittlungsrichter einen weiteren der 4 gefassten mutmaßlichen Mitglieder der Terrorzelle vorläufig auf freien Fuß gesetzt.

Menschen haben zahlreiche Blumen und Kerzen niedergelegt, um den Opfern des Terror-Akts in Barcelona zu gedenken.
Menschen haben zahlreiche Blumen und Kerzen niedergelegt, um den Opfern des Terror-Akts in Barcelona zu gedenken. - Foto: © APA/AFP

Der 34-jährige Salh (Sahal) el Karib müsse aber jeden Montag beim Gericht vorstellig werden und dürfe Spanien nicht verlassen, berichtete die Zeitung „El Mundo“ am Donnerstag unter Berufung auf Gerichtskreise.

Bereits am Dienstag hatte Ermittlungsrichter Fernando Andreu den 27-jährigen Besitzer des Wagens, der bei der vereitelten Attacke in Cambrils benutzt worden war, aus der Untersuchungshaft entlassen.

Der 21 Jahre alte Mohamed Houli Chemlal und der 28-jährige Driss Oukabir müssen dagegen für die Dauer der Ermittlungen und bis zur eventuellen Eröffnung eines Verfahrens hinter Gittern bleiben. Den beiden wird unter anderem Terrorismus und Mord, Chemlal auch Sprengstoffbesitz vorgeworfen.

Letztes Mitglied der katalanischen Terrorzelle identifiziert

Experten hätten mittels DNA-Proben auch die Identität der zweiten Leiche bestimmt, die in dem in Alcanar südlich von Barcelona explodierten Haus gefunden worden war, teilte die Polizei am Donnerstag auf Twitter mit.

In dem Haus hatte die Gruppe die Attentate offenbar vorbereitet. Neben 120 Gasflaschen waren in dem Gebäude auch Leichenteile von 2 Menschen gefunden worden.

Erste Leiche war Imam Abdelbaki Es Satty

Bereits seit wenigen Tagen war klar, dass es sich bei der ersten Leiche um den als Anführer der Terrorzelle gesuchten Imam Abdelbaki Es Satty handelte. Laut spanischer Medien wurde der zweite Tote als Youssef Aalla identifiziert.

Er sei der Bruder eines in Cambrils von der Polizei erschossenen Terroristen und zudem Bruder eines der 4 festgenommenen Verdächtigen, schrieb „La Vanguardia“.

Die Polizei geht von einer 12-köpfigen Terrorzelle aus. Davon sind 8 tot, 4 wurden gefasst und waren am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden.

apa/dpa

stol