Freitag, 24. April 2015

Bei sehr großem Baby sollte Geburt früher eingeleitet werden

Wenn das Baby im Bauch zu groß wird, drohen bei der Geburt schwere Verletzungen beim Kind und bei der Mutter. Eine neue Studie legt nahe, dass eine künstliche Geburtseinleitung in der 37. bis 38. Schwangerschaftswoche diese Risiken reduziert.

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Die Forscher um Michel Boulvain von der Universität und den Universitätsspitälern Genf sowie französische und belgische Kollegen haben für die Studie über 800 Hochschwangere in zwei Gruppen eingeteilt. Die Frauen trugen extrem große Babys – größer als 95 Prozent aller zur Welt kommenden Kinder, wie die Uni Genf am Montag mitteilte. 

Besonders große Babys können während der Geburt stecken bleiben, nachdem der Kopf bereits draußen ist, was Schulterdystokie genannt wird. Dies kann zu Schlüsselbeinbrüchen, Lähmungen, Sauerstoffmangel, Gehirnschädigungen und sogar zum Tod des Kindes führen. Auch schmerzhafte Risse der Scheidenwand (Dammrisse) bei der Mutter sind bei großen Babys häufiger.

Bei der einen Hälfte der Schwangeren leiteten die Ärzte die Geburt frühzeitig ein, bei der anderen warteten sie die spontane Geburt ab. Die Babys der ersten Gruppe wogen bei der Geburt im Schnitt 3,8 Kilogramm, die der zweiten 4,1 Kilogramm. Bei der ersten Gruppe kam es zu acht Schulterdystokien und deren Folgen, bei der zweiten zu 25. 

Es gab in keiner Gruppe Armlähmungen, Gehirnblutungen oder Todesfälle. Die Einleitung beeinflusste die Kaiserschnittrate nicht, erhöhte aber die Chancen auf eine natürliche Geburt. Die Komplikationsrate war in beiden Gruppen gleich, nur die Neugeborenengelbsucht war bei den eingeleiteten Babys ein wenig häufiger.

Das Fazit der Ärzte: Bei derart großen Babys reduziert eine frühzeitige Geburtseinleitung das Risiko für die gefährliche Schulterdystokie und ihre Folgeverletzungen deutlich. 

dpa

stol