Freitag, 31. März 2017

Bericht: Polizei sah Attentäter Amri länger als Sicherheitsrisiko

Jetzt aufgetauchte Dokumente der Polizei legen nahe, dass Anis Amri vor seinem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt enger hätte überwacht werden müssen. Noch ungeklärt ist, warum das nicht geschah.

Foto: © APA/AFP

Der Berliner Lastwagen-Attentäter Anis Amri soll nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) länger als bisher bekannt als Sicherheitsrisiko eingestuft worden sein. Dem Sender liegen nach eigenen Angaben Dokumente des Landeskriminalamts (LKA) vor, nach denen Amri auch im Juli und August 2016 noch als Sicherheitsrisiko gesehen wurde.

In einem Bericht der Beamten von Ende August sei etwa von einer Steigerung von Amris Gewaltpotential die Rede. Das LKA habe Ende Juni deshalb eine weitere Observation von Amri vom Amtsgericht Tiergarten genehmigt bekommen. Trotzdem sei Amri danach aber nur noch bei seiner Telekommunikation überwacht worden.

Amri erschoss am 19. Dezember 2016 den Fahrer eines Lastwagens und tötete mit dem Fahrzeug dann auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche elf weitere Menschen. Er war schon Monate vor der Tat als islamistischer Gefährder eingestuft und beobachtet worden. Die Berliner Polizei hatte aber Mitte Juni 2016 aufgehört, Amri zu observieren, weil er in die Kleinkriminalität abgerutscht sei und damit als weniger gefährlich gegolten haben soll.

dpa

stol