Der Ex-Premier versammelte am Mittwoch in Rom seine Senatoren und beriet mit ihnen über die künftige politische Strategie seiner Oppositionspartei im Parlament und in Hinblick auf die Regionalwahlen im kommenden Jahr. Dabei dementierte der 77-jährige Mitte-rechts-Politiker Gerüchte, nach denen er die geschwächte und von internen Feindseligkeiten gebeutelte Forza Italia auflösen könnte. "Nach all dem, was ich in meinem Leben unternommen habe, kann ich nicht gerade jetzt die politische Arena verlassen", versicherte Berlusconi.Stärkere territoriale Verankerung Sein Ziel sei es, die Anhängerklubs "Forza Silvio" in die Partei aufzulösen, verstärkt auf junge Politiker zu setzen und mit einer stärkeren territorialen Verankerung der Gruppierung die Stimmen zurückzugewinnen, die die Forza Italia bei den Europawahlen verloren hatte. Bei dem letzten Urnengang in Mai war die Forza Italia auf ein Rekordtief von 16 Prozent gesunken.Berlusconi bestätigte seine Bereitschaft, die Regierung Renzi bei der Umsetzung der Wahlrechtsreform im Parlament zu unterstützen. Ein Großteil der Reformen, die Premier Matteo Renzi im Parlament durchpeitschen wolle, habe sich am liberalen Programm seiner Forza Italia inspiriert.In den nächsten Tagen soll Berlusconis politischer Berater Giovanni Toti Besprechungen mit Renzi abhalten, um die Wahlrechtsreform zügig unter Dach und Fach zu bringen. Gestritten wird noch über die Mehrheitsprämie und die Größe der Wahlkreise. Ein neues Wahlgesetz sei der erste Schritt vor der Reform des Senats und der Abschaffung des gleichberechtigten Zweikammersystems, die Italiens politisches System tiefgreifend erneuern werden, meinte Toti.