Donnerstag, 30. November 2017

Berlusconi muss wieder vor Gericht

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi muss sich italienischen Medienberichten zufolge ab Februar wieder vor Gericht verantworten. Dem 81-Jährigen werde vorgeworfen, einem Pianisten für eine Falschaussage in dem spektakulären Prozess um die „Bunga Bunga Partys“ in seiner Villa Arcore bei Mailand 2013 monatlich 3.000 Euro gezahlt zu haben.

Sechs Jahre nach dem Ende seiner Amtszeiten nimmt Berlusconi derzeit wieder Einfluss auf die italienische Politik.
Sechs Jahre nach dem Ende seiner Amtszeiten nimmt Berlusconi derzeit wieder Einfluss auf die italienische Politik. - Foto: © LaPresse

Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag unter Berufung auf das Gericht in Siena. Demnach soll der Prozess am 1. Februar starten.

Ein weiteres Verfahren in Sachen Zeugenbestechung soll bereits im Jänner vor einem Gericht in Mailand beginnen, wo sich Berlusconi laut „Corriere della Sera“ mit mehr als 20 weiteren Angeklagten verantworten muss. Mehreren Tänzerinnen und Showgirls werden dabei Falschaussagen gegen Bezahlung vorgeworfen.

Vorwürfe kommen nicht überraschend

Die Vorwürfe der Zeugenbestechung sind nicht neu: Die Staatsanwaltschaft hatte schon nach dem Ende des Prozesses, der 2015 mangels Beweisen in letzter Instanz mit einem Freispruch endete, vermutet, dass Berlusconi Zeugen mehr als zehn Millionen Euro gezahlt haben soll, um Aussagen zu seinen Gunsten zu machen.

Dem dreimaligen Regierungschef war damals Amtsmissbrauch vorgeworfen worden. Außerdem war Berlusconi angeklagt, bei den „Bunga Bunga Partys“ Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben, darunter mit der Tänzerin „Ruby“.

Berlusconi wieder politisch aktiv

Sechs Jahre nach dem Ende seiner skandalgeprägten Amtszeiten nimmt der 81-Jährige derzeit wieder Einfluss auf die italienische Politik. Ginge es nach ihm, würde er für seine konservative Partei Forza Italia wieder für das Amt des Ministerpräsidenten antreten.

Berlusconi darf bis 2019 allerdings keine politischen Ämter annehmen, wogegen er beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte klagte. Wann die Große Kammer über die Beschwerde entscheidet, ist noch unklar.

apa/dpa

stol