Samstag, 11. Juni 2016

Berlusconi schließt Wechsel an Forza Italia-Spitze aus

Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi, der sich voraussichtlich am Dienstag in Mailand einer Herzoperation unterziehen muss, gibt laut Medienangaben zu verstehen, dass es zu keinem Wechsel an der Führung seiner rechtskonservativen Partei Forza Italia kommen wird. Seine Gruppierung sei bestens in der Lage, auch während seiner Abwesenheit weiterzuarbeiten, versicherte er.

Denkt nicht daran, die Führung der Forza Italia abzugeben: Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi. - Archivbild.
Denkt nicht daran, die Führung der Forza Italia abzugeben: Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi. - Archivbild.

Forza Italia-Sprecherin Debora Bergamini dementierte Medienberichte, wonach ein Gremium jetzt das Ruder der Partei an Berlusconis Stelle übernehmen werde. „Der interne Krieg um Berlusconis Nachfolge ist eine reine Erfindung zynischer Zeitungen“, kommentierte der Fraktionschef der Forza Italia in der Abgeordnetenkammer, Renato Brunetta. „Berlusconi ist unvernichtbar, er wird stärker denn je auf die politische Bühne zurückkehren“, versicherte der Präsident der Region Ligurien und Berlusconi-Vertraute Giovanni Toti.

Berlusconi: "Vertraue auf Gott und Kompetenz der Ärzte"

„Ich bin ruhig und vertraue auf Gott und die außerordentliche Kompetenz der Ärzte und des Personals der Klinik San Raffaele“, schrieb Berlusconi in einer veröffentlichten Presseaussendung am Freitag. Auch von seinem Krankenbett aus verfolge er den Wahlkampf für die Bürgermeister-Stichwahlen in mehreren Städten am 19. Juni, versicherte Berlusconi. Er rief alle Anhänger der Forza Italia zum Engagement für einen Sieg des Mitte-Rechts-Lagers in den am Wahlduell beteiligten Kommunen auf.

Berlusconi muss die Aortenklappe ersetzt werden. Mindestens einen Monat soll es dauern, bis er sich vollständig erholt haben wird. Der Medienunternehmer hatte sich am Sonntagabend ins Krankenhaus begeben, nachdem akute Herzprobleme aufgetreten waren.

Mitarbeiter: Berlusconi hat sich im Wahlkampf übernommen

Seine Mitarbeiter vermuten, dass sich Berlusconi im Wahlkampf übernommen hat, als er noch einmal unermüdlich durch das ganze Land getourt war. Der Großunternehmer durfte am Sonntag erstmals nach einer dreijährigen Sperre wieder selbst seine Stimme abgeben. Im Zuge einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung hatte ihm ein Gericht 2013 das aktive und das passive Wahlrecht entzogen.

apa

stol