Der Politiker, der im April nach Beirut geflüchtet war und kurz darauf im Auftrag der Justiz verhaftet wurde, war bereits 2010 in erster und zweiter Instanz zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden, die aber vom Kassationsgerichtshof wegen Verfahrensfehlern für ungültig erklärt worden war. Deshalb hatte ein neuer Prozess begonnen.2013 war wieder die siebenjährige Haftstrafe gefällt worden, die vom Kassationsgericht am Freitag bestätigt wurde.„Konsolidierung und Stärkung der Mafia“Laut den Staatsanwälten, die gegen den Ex-Senator ermittelt hatten, habe Dell'Utri „einen beträchtlichen und gezielten Beitrag zur Konsolidierung und Stärkung der Mafia geleistet“.Der 72-Jährige habe es den Mafia-Bossen ermöglicht, mehrere Jahre lang Kontakte zum Medienzaren Berlusconi zu pflegen, der in jenen Jahren sein wirtschaftliches und finanzielles Imperium auf Sizilien aufgebaut hatte.Richter: Verstrickungen reichen bis in 70er zurückLaut den Richtern reichen die Verbindungen Dell'Utris zum organisierten Verbrechen bis in die 1970er-Jahre zurück, als der Verurteilte zum Sekretär Berlusconis bei der Mailänder Baufirma Edilnord avancierte.Seit damals habe der spätere Spitzenmanager in Berlusconis Medienkonzern Fininvest und Senator in Berlusconis Partei „Popolo della Libertà“ Umgang mit führenden Mafiosi gehabt, darunter mit den beiden mittlerweile verstorbenen Bossen Stefano Bontade und Mimmo Teresi.Berlusconi habe der Mafia beträchtliche Summen gezahlt, um sich die Expansion seiner TV-Gruppe auf Sizilien zu garantieren.In einem Luxushotel festgenommenDell'Utri, der im April nach Beirut flüchtete, war in einem Luxushotel festgenommen worden. Italien hat einen Auslieferungsantrag eingereicht.Die libanesische Justiz muss jetzt darüber entscheiden. Noch unklar ist jedoch, ob die Justizbehörden in Beirut das Vergehen der Mafia-Zugehörigkeit anerkennen, wegen dem Dell ´Utri verurteilt wurde.apa