Freitag, 08. Dezember 2017

Berlusconi-Vertrauter im Hungerstreik

Nachdem ein römisches Gericht seinen Antrag auf Haftentlassung aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt hat, ist der ehemalige italienische Senator Marcello Dell'Utri in den Hungerstreik getreten. Dies berichteten italienische Medien am Freitag.

Der ehemalige italienische Senator Marcello Dell'Utri ist in den Hungerstreik getreten.
Der ehemalige italienische Senator Marcello Dell'Utri ist in den Hungerstreik getreten.

Der 76-Jährige ist wegen Mafia-Zugehörigkeit zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Dell'Utri, ein früherer Vertrauensmann von Ex-Premier Silvio Berlusconi, leidet an Krebs. Die Richter urteilten jedoch, dass er auch in der römischen Strafanstalt Rebibbia behandelt werden könne, in der er sich befindet. Die Anwälte Dell'Utris bezeichneten den Beschluss des Gerichts als „unmenschlich“.

Die Juristen haben sich auch an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg gewandt, um die Freilassung ihres Mandanten zu erwirken. „Ich halte es in Haft nicht mehr aus“, wurde Dell'Utri von seinen Anwälten zitiert.

Seit 2014 in Haft

Der Mitbegründer der rechtskonservativen Oppositionspartei Forza Italia von Berlusconi sitzt seit seiner rechtskräftigen Verurteilung 2014 in Rom in Haft. Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, der Zustand Dell'Utris sei nicht so gravierend, dass er aus der Haft entlassen werden müsste.

Laut den Richtern, die den Ex-Senator verurteilt hatten, hat Dell'Utri „einen beträchtlichen und gezielten Beitrag zur Konsolidierung und Stärkung der Mafia geleistet“. Dell'Utri habe es den Mafiabossen ermöglicht, mehrere Jahre lang Kontakte zum Medienunternehmer Berlusconi zu pflegen, der in jenen Jahren sein wirtschaftliches und finanzielles Imperium auf Sizilien aufgebaut hat.

apa

stol