Dienstag, 17. Oktober 2017

Berlusconi will seinen Namen auf Wahlliste der Forza Italia setzen

Der Name des italienischen Ex-Premiers Silvio Berlusconi wird auf die Wahlliste seiner konservativen Partei Forza Italia gesetzt, die am Wahlkampf für die Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr teilnimmt. Dies wurde von der Partei beschlossen, obwohl Berlusconi wegen eines Ämterverbots infolge einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung nicht kandidieren darf.

Silvio Berlusconi will seinen Namen auf die Liste der Forza Italia setzen lassen.
Silvio Berlusconi will seinen Namen auf die Liste der Forza Italia setzen lassen.

Von dem Schritt erhoffe sich die Forza Italia einen Zugewinn an Wählerstimmen, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Dienstag. Die Partei sieht sich wegen Konkurrenz durch die Lega Nord unter Druck.

Unter der Führung des ambitionierten Parteichefs Matteo Salvini ist die Lega Nord laut Umfragen mit 14 Prozent der Stimmen Italiens stärkste Einzelpartei hinter der populistischen Cinque-Stelle-Bewegung und dem Partito Democratico (PD) von Ex-Premier Matteo Renzi.

„Berlusconi ist Präsident der Forza Italia, es ist nicht komisch, dass sein Name auf der Wahlliste vorkommt“, sagten Experten der Forza Italia. Marketing-Gurus meinten, Berlusconis Name auf der Wahlliste könnte der Forza Italia mehr Ansehen bei der Mitte-Rechts-Wählerschaft verleihen. Berlusconis Name allein könne 2,5 Millionen Wählerstimmen bewegen, schätzt der Meinungsforschungsexperte Nicola Piepoli.

Berlusconi will mit seiner Mitte-Rechts-Allianz die nächsten Parlamentswahlen mit klarer Mehrheit gewinnen.

Ansonsten sei er zum Abschied aus der Politik bereit, versicherte der 81-jährige Medienmogul am Wochenende.

„Wenn ich keine Mehrheit erlange, ziehe ich mich zurück. Denn das würde bedeuten, dass die Italiener nicht zwischen fähigen Politikern und denen, die nichts taugen, unterscheiden können. Doch ich bin zuversichtlich. Die Italiener werden vernünftig wählen“, sagte der Gründer der Forza Italia. Er schloss eine Wahlallianz mit Renzis Partito Democratico aus.

apa

stol