Freitag, 29. September 2017

Berlusconi wird 81: „Ich mache weiter“

Am Tag seines 81. Geburtstags denkt Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi nicht daran, mit der Politik Schluss zu machen. Er wolle die Mitte-Rechts-Allianz mit Blick auf die Parlamentswahlen im kommenden Jahr auf Erfolgskurs bringen, versicherte Berlusconi laut Medienangaben.

Silvio Berlusconi freut sich aufs Weitermachen.
Silvio Berlusconi freut sich aufs Weitermachen. - Foto: © LaPresse

„Als Chef der Forza Italia, der stärksten italienischen Gruppierung in der Europäischen Volkspartei, spüre ich die Pflicht, die gemäßigte Wählerschaft zusammenzuführen und die Mitte-Rechts-Allianz zum Wahlsieg zu bringen“, sagte Berlusconi in einem Interview mit dem Sender „Canale 5“ am Donnerstagabend.

Seine Mitte-Rechts-Allianz sei eine Hoffnung für die vielen italienischen Wähler, die von der Politik enttäuscht seien und nicht mehr wählen, so Berlusconi, der am Donnerstag EVP-Chef Joseph Daul in Rom getroffen hat.

Premierkandidat gesucht

Berlusconi ist auf der Suche nach einem Premierkandidaten für seine Mitte-Rechts-Allianz. Mehrere Bewerber zeigen Interesse an der Kandidatur, kein Favorit ist jedoch im Mitte-Rechts-Lager in Sicht. Nachdem die populistische Fünf-Sterne-Bewegung den 31-jährigen Politiker Luigi Di Maio am vergangenen Wochenende offiziell zum Premierkandidaten gekürt hat, wird die Zeit für die Mitte-Rechts-Allianz knapp.

Salvini macht Druck auf Berlusconi

Der Chef der ausländerfeindlichen Lega Nord, Matteo Salvini, macht Druck auf Berlusconi, weil er als Premierkandidat der Mitte-Rechts-Allianz in die politische Arena ziehen will. Berlusconi befürchtet jedoch, dass der „Hardliner“ Salvini mit seinen europakritischen Parolen die gemäßigte Wählerschaft abschrecken könnte.

Berlusconi rechnet sich gute Chancen für seine Allianz aus und würde eigentlich gerne selber erneut als Premierkandidat in den Wahlkampf ziehen. Dies ist jedoch nicht möglich, weil er wegen Steuerbetrugs verurteilt worden ist. Der Medienzar wartet schon seit Monaten auf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg, wo er eine Aufhebung des Ämterverbots beantragt hat.

Kein glaubwürdiger Nachfolger in Sicht

Ein glaubwürdiger Nachfolger Berlusconis ist in seiner rechtskonservativen Forza Italia nicht in Sicht. Berlusconis Parteikoordinator Giovanni Toti, Präsident der Region Ligurien, scheint zu uncharismatisch, um für den Mitte-Rechts-Block in den Wahlkampf ziehen zu können.

apa

stol