Sonntag, 04. März 2018

Berlusconis Block laut Exit Polls bei Italien-Wahl vorne

Bei den Parlamentswahlen in Italien zeichnet sich laut Exit Polls ein Wahlerfolg der Mitte-rechts-Allianz um Ex-Premier Silvio Berlusconi ab. Die Mitte-rechts-Koalition dürfte laut den von RAI 1 veröffentlichten Exit Polls auf 36 bis 38 Prozent der Stimmen kommen.

Italiener wählen neues Parlament Foto: APA (AFP)
Italiener wählen neues Parlament Foto: APA (AFP)

Die populistische Fünf Sterne-Bewegung dürfte mit 29 bis 32 Prozent der Stimmen als stärkste Einzelpartei abschneiden. Die Demokratische Partei (PD) um Ex-Premier Matteo Renzi sollte demnach zwischen 25 und 28 Prozent der Stimmen erhalten haben. Damit würde Renzi eine schwere Niederlage erleiden. Die Linkskraft „LIberi e uguali” sollte laut Exit Polls zwischen drei und fünf Prozent der Stimmen erobert haben.

In der Mitte-rechts-Allianz bahnt sich ein zäher Konkurrenzkampf zwischen der konservativen Forza Italia um Berlusconi und der ausländerfeindlichen Lega an. Beide Parteien dürften es auf circa 16 Prozent der Stimmen bringen. Mit einem vorläufigen Endergebnis wird am Montag im Laufe des Vormittags gerechnet.

61.552 Wahllokale waren von 7.00 Uhr und bis 23.00 Uhr geöffnet. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Innenministeriums bei 72 Prozent. In mehreren italienischen Städten, darunter Rom, Mailand und Neapel, bildeten sich wegen Verzögerungen durch die neuen Wahlkarten, die Betrug erschweren sollen, lange Schlangen vor den Abstimmungslokalen. Die Gemeinderäte von Rom und Mailand rieten den Wählern, angesichts der langen Wartezeiten so rasch wie möglich zu den Wahllokalen zu gehen.

Die Italiener wählen erstmals mit einem neuen, „Rosatellum” genannten Wahlsystem, einem mühsam ausgehandelten Kompromiss unter den Parteien. Das neue Wahlsystem, das dieselben Regeln sowohl für die Abgeordnetenkammer als auch für den Senat vorsieht, ist eine Mischung aus Mehrheits- und Verhältnissystem. Ein Drittel der Parlamentssitze wird nach dem Mehrheitswahlrecht vergeben. Der stärkste Kandidat in einem Wahlkreis erhält den Sitz. Zwei Drittel der Parlamentssitze werden nach Verhältniswahlrecht verteilt.

apa

stol