Freitag, 06. März 2015

Berlusconis Sozialdienst endet – doch neuer Ärger droht

Einmal in der Woche hat Silvio Berlusconi in den vergangenen Monaten in einem Seniorenheim gearbeitet – nun endet sein Sozialdienst. Der Ex-Regierungschef denkt schon wieder an neue politische Aufgaben. Vorher steht ihm aber ein weiterer pikanter Gerichtstermin bevor.

Foto: © APA/EPA

Alzheimer-Patienten Geschichten vorlesen, sie bei motorischen Übungen unterstützen, sich um alte Menschen kümmern: So sahen die Freitagvormittage von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi in den vergangenen Wochen aus.

Nach zehn Monaten endet am Sonntag sein Sozialdienst, am Freitag sollte er zum letzten Mal im katholischen Seniorenzentrum Sacra Famiglia bei Mailand arbeiten. Das bedeutet für Berlusconi auch mehr politische Freiheit – doch einige seiner großen Ziele bleiben ihm weiter verwehrt.

Trotz Verbot: „Natürlich werde ich wieder kandidieren“

Der Ex-Cavaliere darf nun auch ohne Genehmigung seine Heimatregion verlassen und sich am Wochenende in Rom aufhalten. Doch erst in einigen Wochen könnte seine Strafe für erledigt erklärt werden – bis dahin darf Berlusconi unter anderem weiter nicht ins Ausland reisen.

Zuletzt hatte der 78-Jährige, der immer noch Leitfigur seiner Partei Forza Italia ist, vollmundig eine Rückkehr in die große Politik angekündigt: „Natürlich werde ich wieder kandidieren“, erklärte er.

Doch das zweijährige Verbot öffentlicher Ämter, das die Richter bei Berlusconis bislang einziger rechtskräftiger Verurteilung wegen Steuerbetrugs im August 2013 aussprachen, gilt weiter. Hinzu kommt, dass Berlusconi gemäß eines Gesetztes in Italien als verurteilter Parlamentarier sogar für sechs Jahre kein neues Amt übernehmen darf. Dagegen kämpfen seine Anwälte unter anderen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte – doch bislang ohne Erfolg.

„Ruby“ und die anderen Frauen

Und auch das Kassationsgericht in Rom könnte die Pläne durchkreuzen: Es berät am kommenden Dienstag in dritter Instanz im „Ruby“-Prozess um die „Bunga Bunga“-Partys in Berlusconis Villa.

Und selbst wenn er im „Ruby“-Prozess endgültig freigesprochen werden sollte: Ausgestanden ist die Affäre für den 78-Jährigen damit noch nicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn und einige der Frauen, die bei den Partys anwesend waren, wegen Korruption und Bestechlichkeit. Berlusconi soll sie für ihre Aussagen bezahlt haben.

dpa

stol