Samstag, 29. August 2015

Beschwerden wegen Fotos toter Flüchtlinge in Österreich

Die Veröffentlichung eines Fotos toter Flüchtlinge im Schlepper-Lastwagen hat in Österreich Dutzende Beschwerden beim Presserat ausgelöst. Die „Kronen Zeitung“ hatte zuvor ein unverpixeltes Bild zusammengedrängter Leichen im Laderaum des an der Autobahn abgestellten Schlepper-Fahrzeugs veröffentlicht.

Die österreichische Kronenzeitung druckte in ihrer Freitagausgabe ein unverpixeltes Bild der Leichen aus dem Schlepper-LKW der im Burgenland gefunden wurde.
Die österreichische Kronenzeitung druckte in ihrer Freitagausgabe ein unverpixeltes Bild der Leichen aus dem Schlepper-LKW der im Burgenland gefunden wurde. - Foto: © APA

„Die Gesichter der Todesopfer sind nicht zu sehen, die Identität somit geschützt. Bei einer Tragödie dieses Ausmaßes muss eine entsprechende Bebilderung möglich sein“, sagte Krone-Multimedia-Chefredakteur Richard Schmitt der Tageszeitung „Der Standard“.

Beim österreichischen Innenministerium hieß es dazu, es solle geklärt werden, wie das Foto zustande kam. Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet, sagte Landespolizeichef Hans Peter Doskozil dem ORF. Bereits 40 Beschwerden gingen beim österreichischen Presserat ein.

Das Foto stamme wohl aus Polizeikreisen. Aus dem Lastwagen waren in der Nacht zum Freitag die Leichen von 71 Menschen geborgen worden.

dpa

stol