Im Interview erklärt sie außerdem, was passieren kann, wenn man die Signale nicht beachtet. <BR /><BR /><Gotham_Bold SatzArt="0"><BR />Wann zeigen Hunde diese Beschwichtigungssignale ge-<BR />genüber anderen Hunden?<BR /></Gotham_Bold><?SchriftArt SchriftStil="2" SchriftArt="ITC Stone Serif Std Medium"> Lisa Holzner:<?_SchriftArt> Bei anderen Hunden zeigen Hunde diese Signale etwa dann, wenn der entgegenkommende Hund frontal auf sie zukommt oder sie fixiert. Friedliche und sozial kompetente Hunde nähern sich einem Artgenossen meist langsam und in einem leichten Bogen. Zudem zeigen sie Beschwichtigungssignale: Der Blick wird immer wieder abgewendet. Sind beide Hunde friedlich gestimmt, wird dem Gegenüber immer wieder die Körperseite dargeboten und die Blicke werden abgewendet. Möglicherweise umkreisen sich die Hunde und beriechen Kopf- und Hinterteil des anderen.<BR /><BR /><Gotham_Bold>Und beim Menschen?<BR /></Gotham_Bold> <?SchriftArt SchriftStil="2" SchriftArt="ITC Stone Serif Std Medium"> Holzner:<?_SchriftArt> Beim Menschen zeigen Hunde diese Signale etwa, wenn sie angeschrien oder anderweitig zurechtgewiesen werden wie z. B. durch Wurfketten oder Wasserspritzer. Ein Hund merkt, dass der Mensch wütend ist, und möchte ihn mit diesen Signalen friedlich stimmen. Auch wenn er die Strafe nicht mit seinem Verhalten verbinden kann, weil sie zum falschen Zeitpunkt angewandt wurde, zeigt er vermutlich diese Signale. Ebenso, wenn man seinen Hund mit zu strenger Stimme ruft. Der Hund wird dann zwar kommen, sein Tempo dabei aber stark verlangsamen oder einen Bogen machen. Oft deutet der Besitzer dieses Verhalten als Ungehorsam. Dabei hat der Hund nur versucht, ihn zu beschwichtigen.<BR /><BR /><Gotham_Bold>Was ist, wenn der Hund die Signale auch zeigt, wenn <BR />man ihn streichelt?<BR /></Gotham_Bold> <?SchriftArt SchriftStil="2" SchriftArt="ITC Stone Serif Std Medium"> Holzner:<?_SchriftArt> Manchmal meint es der Mensch zu gut und knuddelt oder umarmt seinen Hund. Das ist fast allen Hunden unangenehm und sie senden daher Beschwichtigungssignale aus: Sie blinzeln, wenden den Kopf ab, ducken sich oder lecken über die Nase. Macht der Hund das, sollte man die Streicheleinheiten unterlassen bzw. den Verursacher für die Signale darum bitten.<BR /><Gotham_Bold><BR />Was passiert, wenn man die Calming Signals nicht <BR />beachtet?<BR /></Gotham_Bold> <?SchriftArt SchriftStil="2" SchriftArt="ITC Stone Serif Std Medium"> Holzner:<?_SchriftArt> Ein drastisches Beispiel wäre das Zubeißen „ohne Vorwarnung“ oder „aus heiterem Himmel“. Dazu muss man wissen, einem Biss gehen immer Beschwichtigungssignale voraus wie Züngeln/Naselecken, Gähnen oder Kopfwegdrehen. Werden diese Signale immer wieder ignoriert und der Hund kann sich aus der Situation nicht zurückziehen, muss er „deutlicher“ werden. Im nächsten Schritt wird er vielleicht knurren. Hilft auch das nicht oder wird es im schlimmsten Fall sogar immer wieder bestraft und ist damit aus Hundesicht „verboten“, gibt es für den Vierbeiner irgendwann nur noch die letzte Möglichkeit – und das ist das Schnappen oder gar Beißen.