Montag, 21. November 2016

Bildung gemeinsam gestalten

Das geltende Landesgesetz über die "Mitbestimmungsgremien der Schulen" stammt aus dem Jahr 1995 und regelt die Arbeit und Zuständigkeiten der Mitbestimmungsgremien auf Schulebene (Klassenrat, Lehrerkollegium, Komitee zur Dienstbewertung der Lehrer, Schulrat, Elternrat und Schülerrat), aber auch der Landesbeiräte der Schüler und der Eltern. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich unser Bildungssystem kontinuierlich weiterentwickelt, weshalb eine Anpassung dieser gesetzlichen Bestimmungen erforderlich ist.

Ein Bildungsdialog geht am Samstag über die Bühne. Symbolfoto
Ein Bildungsdialog geht am Samstag über die Bühne. Symbolfoto - Foto: © LaPresse

Im neuen Mitbestimmungsgesetz werden alle Bildungsstufen berücksichtigt, also auch die Kindergärten und Berufsschulen, für die im derzeit geltenden Gesetz noch keine Regelungen enthalten sind. „Dabei geht es nicht darum, ein Gesetz zu schaffen, bei dem die Interessengruppen das Beste für sich herausholen, sondern im Vordergrund muss das Interesse der Kinder und Jugendlichen stehen“ so Bildungslandesrat Philipp Achammer.

"Partizipation heißt nicht, an jedem Tisch sitzen zu müssen, denn sonst wird Partizipation allzu leicht zur Frustration", erklärt Achammer, "aber dort, wo man mitreden kann, soll man auch etwas zu sagen haben." Insgesamt sollte sich das neue Gesetz weniger an gremiengebundener Partizipation orientieren, sondern mehr Raum für projekt- und themenorientierte Partizipation bieten, wünscht sich der Landesrat. "Das neue Gesetz soll nicht zur Absicherung von Positionen dienen, sondern einen Rahmen vorgeben", sagte Achammer, "etwa auch den Rahmen, innerhalb dessen Schulen und Kindergärten Mitbestimmung mitbestimmen können."

Das Gesetz aus dem Jahr 1995 – und das zugrundeliegende staatliche Gesetz – war für die damalige Zeit revolutionär und im Vergleich zu anderen Ländern sehr fortschrittlich. Die in der Zwischenzeit stattgefundenen Veränderungen, wie die Eingliederung der Kindergärten in das Bildungswesen, die Autonomie der Schulen oder die ab 2017 geltende Rechtspersönlichkeit der Berufsschulen, machen eine Überarbeitung des Gesetzes notwendig. Die Arbeiten am neuen Gesetz werden erst nach einer Konsultationsphase eingeleitet, eine tragfähige Lösung wird nur dann gefunden werden, wenn es gelingt, die Erfahrungen aus den Kindergärten und Schulen einzubringen und alle Beteiligten mit einzubeziehen.

Derzeit gibt es noch keinen Entwurf für das neue Gesetz, da vorab mit allen gesprochen werden soll. „Der Dialog hat sich bereits in der Vergangenheit bewährt und ich bin überzeugt, dass dies der richtige Weg ist“, stellt Landesrat Achammer dazu fest. Daher wurde erneut ein Bildungsdialog gestartet, zu dem die Schulgemeinschaften, Interessensgruppen und alle am Bildungsleben Beteiligten und Interessierten eingeladen sind.

Bildungsdialog am Samstag 

Der Bildungsdialog unter dem Titel "Gemeinsam Bildung gestalten" findet am Samstag, 26. November von 9.30 bis 16.30 Uhr im Sozialwissenschaftlichen Gymnasium "Josef Gasser", Ignaz-Mader-Straße 3, in Brixen statt. Am Vormittag steht ein Dialog im World-Café auf dem Programm, die Ergebnisse werden dann am Nachmittag vorgestellt und anschließend findet eine Podiumsdiskussion statt. Anmeldungen können über die Website www.provinz.bz.it/bildungsdialog vorgenommen werden. Dort ist es auch möglich, Anmerkungen und Anregungen einzubringen.

Ein erster, zwischen allen Bildungsressorts des Landes abgestimmter Entwurf soll Anfang des nächsten Jahres vorgelegt werden. Nach der Genehmigung durch die Landesregierung und die Begutachtung durch den Landesschulrat wird der Vorschlag dann an den Landtag zur Diskussion weitergeleitet.

stol