Dienstag, 08. März 2016

Bloomberg geht nicht in US-Präsidentschaftsrennen

Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg wird nicht als Unabhängiger bei der US-Präsidentschaftswahl im November antreten. Er sei von einigen Gegnern der jetzigen Kandidaten gedrängt worden, aus „patriotischer Pflicht“ zu kandidieren, er habe sich aber dagegen entschieden, sagte Bloomberg am Montag nach einer Meldung seiner gleichnamigen Finanznachrichtenagentur.

Michael Bloomberg zieht seine mögliche Kandidatur zurück.
Michael Bloomberg zieht seine mögliche Kandidatur zurück. - Foto: © LaPresse

Bei Demokraten und Republikanern standen am Dienstag Vorwahlen in vier weiteren Bundesstaaten an.

Bloomberg sagte, er habe die Lage genau analysiert und festgestellt, dass er nicht nur nicht gewinnen könne, sondern seine Kandidatur sogar zur Wahl des rechtspopulistischen Geschäftsmanns Donald Trump oder des erzkonservativen Senators Ted Cruz führen könne. „Das ist ein Risiko, das ich guten Gewissens nicht eingehen kann“, sagte der 74-Jährige.

Bloomberg, der als Pragmatiker gilt, aber auch für umstrittene Fragen wie eine Verschärfung des Waffenrechts eintritt, war bis zum Jahr 2001 Demokrat, wechselte dann zu den Republikanern und machte sich im Jahr 2007 unabhängig. Er erwog bereits wiederholt eine Kandidatur für die Präsidentschaft.

Klarer Favorit bei den Republikanern ist derzeit Trump, der bereits in zwölf von 20 Bundesstaaten Vorwahlen gewann. Sein parteiinterner Konkurrent Cruz siegte in sechs Bundesstaaten. Abgeschlagen folgen der Senator Marco Rubio und der Gouverneur von Ohio, John Kasich.

Bei den Demokraten gilt die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton als Favoritin. Sie muss sich gegen ihren linksgerichteten Rivalen Bernie Sanders behaupten.

Bei Republikanern und Demokraten standen am Dienstag Vorwahlen in Michigan und Mississippi an. Außerdem war die republikanische Basis in Hawaii und Idaho aufgerufen, über die Bewerber ihrer Partei abzustimmen.

Sowohl in Michigan als auch in Mississippi gelten Trump und Clinton bei den Vorwahlen als Favoriten. Als entscheidend für den weiteren Prozess gelten danach die Abstimmungen in Florida und Ohio am 15. März.
Die Vorwahlen beider Parteien ziehen sich bis in den Frühsommer hin, die Kandidaten werden offiziell auf Parteitagen im Juli gekürt. Die USA wählen dann am 8. November ein neues Staatsoberhaupt.

Der demokratische Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.

apa/afp

stol