Sonntag, 25. Februar 2018

Blutrotes Kolosseum in Rom

Um auf verfolgte Christen in aller Welt aufmerksam zu machen, ist das Kolosseum in Rom am Samstagabend für etwa 5 Stunden in blutrotes Licht getaucht worden.

Um auf verfolgte Christen aufmerksam zu machen, ist das Kolosseum in Rom am Samstagabend in blutrotes Licht getaucht worden. - Foto: Facebook/Aiuto alla Chiesa che Soffre
Um auf verfolgte Christen aufmerksam zu machen, ist das Kolosseum in Rom am Samstagabend in blutrotes Licht getaucht worden. - Foto: Facebook/Aiuto alla Chiesa che Soffre

Bei einer Kundgebung erinnerten Vertreter aus Kirche und Politik, aber auch Opfer von Christenverfolgung an das Schicksal der geschätzt rund 200 Millionen verfolgten Christen weltweit, wie Kathpress am Sonntag berichtete.

Opfer von Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit

Das blutrote Kolosseum erinnere an das Blut christlicher Märtyrer, betonte der Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz, Bischof Nunzio Galantino. Diese seien nicht nur Opfer von Fanatismus und Ideologien, sondern auch „Opfer unserer Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit“. EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani forderte daher, Europa müsse „die Botschaft der Freiheit für jeden, der seinen Glauben öffentlich leben will, verteidigen“.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin kritisierte, dass Christen nicht nur Opfer religiösen Hasses, sondern auch geostrategischer Interessen würden. Dagegen müssten Christen gemeinsam für die Religionsfreiheit aller Gläubigen eintreten und so die Liebe und Vergebung bezeugen, die Christus vorgelebt habe. Die Aktion am Kolosseum war von der italienischen Sektion des Päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ organisiert worden.

Der Mann und die Tochter der in Pakistan wegen Blasphemie zum Tod verurteilten Katholikin Asia Bibi sowie die von islamistischen Terroristen entführte und misshandelte Nigerianerin Rebecca Bitrus berichteten von Gewalt, die sie als Christen erleben mussten. Die drei waren am Vormittag von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen worden.

2 weitere Gotteshäuser leuchten rot

Gleichzeitig wurden am Samstagabend 2 weitere christliche Gotteshäuser an Symbolorten der Christenverfolgung rot angeleuchtet: die Paulus-Kathedrale in Mosul und die maronitische Elias-Kirche in Aleppo. Zu beiden Orten gab es kurze Liveschaltungen, in denen die dort anwesenden Christen von ihren Erfahrungen berichteten.

Das Kolosseum ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt Rom, sondern seit langem auch ein Gedenkort für christliche Märtyrer, die dort für ihren Glauben eintraten. Das ab dem Jahr 72 n. Chr. unter den römischen Kaisern Vespasian, Titus und Domitian errichtete Amphitheater, das bis zu 70.000 Menschen bei freiem Eintritt Platz bot, war Schauplatz von Gladiatorenkämpfen, Seeschlachten und Tierhatzen.

Seit 1750 wird an Karfreitagen die römische „Via Crucis“ am Kolosseum veranstaltet, zudem dient das antike Gebäude seit 1999 auch als Monument gegen die Todesstrafe: Immer, wenn ein Todesurteil ausgesetzt wird oder ein Staat dieser Welt die Todesstrafe abschafft, wird das Kolosseum 48 Stunden lang in bunten Farben angestrahlt.

apa

stol