Montag, 30. Oktober 2017

Boko Haram tötete 16 Menschen in Kamerun und Nigeria

Bei Angriffen der Islamistengruppe Boko Haram in Kamerun und Nigeria sind insgesamt 16 Menschen getötet worden. Bei einem Angriff in Gouderi im Norden Kameruns schnitten Boko-Haram-Kämpfer am Sonntag elf Menschen die Kehle durch, wie eine Bürgerwehr am Montag mitteilte.

Foto: © APA/Reuters

Möglicherweise sei dies ein Vergeltungsangriff nach der Festnahme mehrerer Extremisten in dem Dorf gewesen. Am Montag wurden im nigerianischen Bundesstaat Borno fünf Menschen bei einem Selbstmordanschlag in einer Moschee getötet.

Ein als Gläubiger getarnter Attentäter sei zum Morgengebet in eine Moschee rund 15 Kilometer nördlich von Bornos Hauptstadt Maiduguri eingedrungen und habe sich in die Luft gesprengt, sagte Ajiri Yala, der Chef einer örtlichen Bürgerwehr. Der Angreifer habe fünf Menschen getötet und zahlreiche andere verletzt.

Boko Haram bekennt sich in der Regel nicht zu den Anschlägen, geht allerdings immer nach einem ähnlichen Muster vor. Häufig verüben die Islamisten Selbstmordanschläge gegen Zivilisten. Moscheen werden in Nigeria immer öfter zum Ziel der Extremisten, die alle Muslime, die sich ihnen nicht angeschlossen haben, als Unterstützer der Regierung in Abuja betrachten. Fast täglich kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen nigerianischen Sicherheitskräften und Aufständischen.

Boko Haram hat ihren Ursprung in Nigeria, wo die Islamistengruppe seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten kämpft. Die mit der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat” (IS) verbündete Gruppe verübt aber auch in Kamerun, im Tschad und im Niger regelmäßig Anschläge. Mindestens 20.000 Menschen sind bisher in den Staaten der Tschadsee-Region von den Extremisten getötet worden. Rund 2,6 Millionen Menschen wurden vertrieben.

apa/ag.

stol