Montag, 25. Juli 2016

Bombe in Bayern: Innenminister geht von islamistischem Anschlag aus

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hält es für wahrscheinlich, dass der Bombenanschlag von Ansbach das Werk eines islamistischen Selbstmordattentäters gewesen ist.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann - Foto: © APA

„Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich es leider für sehr naheliegend halte, dass hier ein echter islamistischer Selbstmordanschlag stattgefunden hat“, sagte Herrmann am frühen Montagmorgen der Deutschen Presse-Agentur.

Auf die Frage, ob der Täter im Zusammenhang mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stehe, sagte der Minister: „Es ist dies auf jeden Fall nicht auszuschließen.“ Konkrete Hinweise auf den IS gebe es allerdings noch nicht.

Die Kriminalpolizei ermittelt

„Aber nachdem er einen Rucksack mit Sprengstoff hatte, in dem gleichzeitig auch viele scharfkantige Metallteile gepackt waren (hier der Artikel zum Anschlag), die ja geeignet sind im Zusammenhang mit einer solchen Bombe dann möglichst viele Menschen im Umkreis zu verletzen, müssen wir davon ausgehen dass es keine reine Selbstmordtat war, sondern dass er möglichst viele Menschen mit ins Verderben stürzen wollte.“

Hermann sagte weiter: „Das ist die Situation eines typischen Selbstmordanschlags.“ Das sei noch nicht endgültig bewiesen, nur die äußeren Umstände deuteten darauf hin. „Die Kriminalpolizei wird jetzt in den nächsten Stunden und Tagen alles unternehmen, um dies restlos aufzuklären.“

Bei dem Attentat am späten Sonntagabend waren zwölf Menschen verletzt worden, drei davon schwer. Der Täter ist laut Herrmann ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien.

dpa

stol