Sonntag, 08. April 2018

Brasilianischer Ex-Präsident Lula tritt Haft an

Der wegen Korruption verurteilte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (2003-11) hat seine zwölfjährige Haftstrafe angetreten. Nachdem er sich am Samstag in Sao Paulo der Justiz gestellt hatte, wurde er nach Curitiba im Süden des Landes geflogen.

In Curitiba demonstrierten Anhänger des brasilianischen Ex-Präsidenten Lula bei dessen Ankunft.
In Curitiba demonstrierten Anhänger des brasilianischen Ex-Präsidenten Lula bei dessen Ankunft. - Foto: © APA/AFP

Dort brachten ihn Beamte in das Hauptquartier der Bundespolizei, wo eine Zelle für den 72-Jährigen vorbereitet worden war.
Medienberichten zufolge verfügt Lula dort über ein Bett, einen Tisch, Sessel und ein eigenes Bad.

Bevor er sich der Polizei stellte, hielt Lula vor dem Sitz der Metallarbeitergewerkschaft in Sao Paulo noch eine flammende Rede vor seinen Anhängern. Er verteidigte sein politisches Erbe und warf seinen politischen Gegnern sowie den Medien vor, sich gegen ihn verschworen zu haben. „Je mehr sie mich angreifen, desto mehr wächst meine Beziehung zum brasilianischen Volk“, sagte der Linkspolitiker.

Lula ist in den Skandal um Schmiergelder bei Auftragsvergaben an den staatlichen Ölkonzern Petrobras verwickelt. Unter anderem soll er von dem Bauunternehmen OAS die Renovierung eines Luxus-Appartements angenommen haben. Wegen Korruption war er zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Mehrere Anträge, bis zum Ende des Berufungsverfahrens auf freiem Fuß bleiben zu dürfen, wurden abgelehnt.

apa/dpa

stol