Samstag, 04. November 2017

Brenner: 1 Million Transitfahrten als Obergrenze

Die Lkw-Blockabfertigungen an 3 Feiertagen zur Dosierung des Transitverkehrs in Tirol sorgt weiter für Diskussionen. Die grüne Mobilitätslandesrätin und Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe schlug am Samstag eine Tages- und Jahresobergrenze für Lkw vor, die durch Tirol fahren.

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Felipe möchte anstelle einer Symptombekämpfung, wie sie die kurzfristigen Blockabfertigungen darstellte, eine generelle Lkw-Höchstzahl pro Tag, was auch eine Höchstzahl pro Jahr bedeuten würde. Für sie wäre eine Deckelung auf eine Million Fahrten am Brenner vorstellbar. Der Rest der Transporte müsse auf die Schiene.

„Die Schweiz hat mit der Alpentransitbörse ein marktwirtschaftliches Instrument entwickelt, das wir jetzt mit der Europäischen Union verhandeln müssen“, so Felipe in einer Presseaussendung. Im Sommer hatte die EU-Kommission eine europaweit neue Mautregelung vorgeschlagen, die Kostenwahrheit und die Berücksichtigung von Umweltschäden vorsieht.

Felipe kündigte an: „Das Land Tirol wird im Frühjahr 2018 den Vorsitz der Mobilitätsgruppe der 48 Alpenregionen übernehmen und wir werden uns dafür stark machen, einen Durchfahrtsdeckel für jede vom Transitverkehr betroffene Achse einzuführen.“

Der Grünen-Verkehrssprecher Hermann Weratschnig fand in einer weiteren Presseaussendung seiner Partei noch deutlichere Worte: „Wir haben bisher schon viel getan, um die Menschen zu entlasten, aber es braucht mehr: Es ist Zeit für echte Tiroler Notwehrmaßnahmen.“

Auslöser der jüngsten Diskussion sind die vom Land Tirol verordneten Lkw-Blockabfertigungen bei der Einreise in Kufstein nach den vergangenen 3 Feiertagen. Während Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und auch Grüne die Maßnahme als Erfolg sehen, einen Verkehrskollaps zu verhindern, kam wegen der Rückstaus auf bayerischer Seite massive Kritik aus München und Berlin.

apa

stol