Dienstag, 15. November 2016

Brenner: Kontrollintensität wird laut LH Platter erhöht

Die Intensität der bestehenden Kontrollen im Grenzraum am Brenner soll angesichts aktueller Zahlen aufgegriffener Illegaler nochmals erhöht werden. Dies sei mit Innenminister Wolfgang Sobotka vereinbart worden, hat der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter am Dienstag mitgeteilt. Man habe „nach wie vor Handlungsbedarf“, erklärte Platter.

Die Kontrollen am Brenner sollen nochmals verstärkt werden.
Die Kontrollen am Brenner sollen nochmals verstärkt werden.

„Tirol darf nicht zum Wartesaal illegal Zugewanderter werden. Wir haben immer kommuniziert, dass wir die Situation weiter genau beobachten werden. Jetzt ist es an der Zeit, die Kontrollen weiter zu verstärken“, so Platter.

Laut aktuellster Zahlen des Innenministeriums wurden heuer bisher insgesamt knapp 45.000 illegal eingereiste Migranten in ganz Österreich aufgegriffen, mit 10.242 habe es in Nordtirol die meisten Aufgriffe unter allen Bundesländern gegeben. Die überwiegende Zahl dieser Personen werde in das Land, aus dem sie eingereist sind, zurückgebracht.

Platter dankt Polizisten

„Dass in Tirol so viele illegal Eingereiste aufgegriffen werden konnten, zeigt, dass das engmaschige Polizeikontrollsystem funktioniert. Dafür gebührt allen Beteiligten, allen voran den vielen Polizisten im Grenzraum Brenner mein ehrlicher Dank“, sagte Platter.

Die bisherigen Polizeikontrollen im Grenzraum hätten dazu geführt, dass es nicht zu einer ungebremsten und unkontrollierten Einreise illegaler Fremder nach Nordtirol gekommen sei.

Tomac: "Grenzkontrollen sind Frage der Zeit"

Tirols Landespolizeidirektor Helmut Tomac meinte indes in der „Tiroler Tageszeitung“ (Dienstagsaugabe), dass der Druck für ein Grenzmanagement am Brenner in den nächsten Monaten größer werde. Er sprach von einer Frage der Zeit, bis Grenzkontrollen notwendig würden. „Ich gehe davon aus, dass heuer die Schallmauer von 200.000 Anlandungen in Italien erreicht wird“, so Tomac. Im gesamten Vorjahr waren es 153.000.

Laut Tomac nur wenig Kriegsflüchtlinge

Die Aufgriffe am Brenner sind laut dem Landespolizeidirektor in den vergangenen Wochen wieder auf 20 bis 40 Personen pro Tag gestiegen und haben sich auf diesem Niveau eingependelt. An den Wochenenden seien es 50.

Nur zu einem geringen Teil handle es sich dabei um Kriegsflüchtlinge, so Tomac. Die meisten stammten aus afrikanischen Ländern wie Nigeria, Marokko, Somalia, Gambia und Eritrea bzw. aus Afghanistan oder Pakistan. Erst danach rangierten die Syrer.

apa

stol