Sonntag, 06. März 2016

Brexit – Johnson wirft Austrittsgegnern Einschüchterungskampagne vor

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson hat den Gegnern eines Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union vorgeworfen, eine Einschüchterungskampagne zu betreiben.

Foto: © LaPresse

Im gegnerischen Lager seien „Agenten eines Angstprojekts“ am Werk, erklärte Johnson, der für den Brexit wirbt, am Sonntag.

Konkret reagierte er auf die am Vortag bekannt gewordene vorläufige Suspendierung des bisherigen Chefs der britischen Handelskammer BCC, John Longworth, von seinem Posten.

Longworth sei „nach langem Nachdenken und dank einer großen Erfahrung in der Wirtschaftswelt zu dem Schluss gelangt, dass ein Austritt besser wäre“, erklärte Johnson. Dass der BCC-Chef nach der Äußerung dieser Meinung nun abgesetzt worden sei, halte er für „vollkommen skandalös“. „Sein Urteil spiegelt die Realität wider“, zeigte sich Johnson überzeugt.

Die Zeitung „Financial Times“ hatte am Samstag berichtet, Longworth sei suspendiert worden, nachdem er seine „persönliche“ Präferenz für ein Ausscheiden Großbritanniens am Donnerstag bei einem Besuch des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble in London geäußert habe. Die britische Regierung unter Premierminister Davis Cameron, der für den Verbleib in der EU wirbt, bestritt jede Einmischung.

Die Briten sollen am 23. Juni in einem Referendum über die weitere EU-Mitgliedschaft ihres Landes abstimmen. Die EU-Partner sagten Cameron zuletzt ein Mitspracherecht bei für London relevanten Entscheidungen der Eurozone zu. Großbritannien wurde zudem die Möglichkeit zugestanden, neu zugezogenen EU-Ausländern bis zu vier Jahre lang bestimmte Sozialleistungen zu verwehren.

apa/afp

stol