Montag, 16. Oktober 2017

Briefwahl-Auszählung erst am Dienstag abgeschlossen

Das Briefwahl-Ergebnis wird am heutigen Montag auf keinen Fall komplett: Das Land Salzburg wird erst Dienstag früh fertig ausgezählt, einige Bezirke fehlen noch, teilte das Landesmedienzentrum der APA mit. Bereits fertig war am Nachmittag Kärnten. Es bestätigte die Hochrechner. Genauso wie auch die Auszählung im Burgenland, wo die SPÖ hauchdünn vor der ÖVP blieb.

Briefwahl-Auszählung soll erst am Dienstag abgeschlossen sein. - Foto: apa
Briefwahl-Auszählung soll erst am Dienstag abgeschlossen sein. - Foto: apa

Der hauchdünne Vorsprung der SPÖ vor der ÖVP im Burgenland wurde mit der Auszählung der Briefwahlstimmen am Montag zwar etwas dünner - von 0,15 auf 0,10 Prozentpunkte. Aber die SPÖ ist, wie durchgehend seit 1970, noch Erste im Lande. Am Donnerstag werden aber noch weitere Briefwahlstimmen und Wahlkarten ausgezählt.

32,95 Prozent hatte die SPÖ im Burgenland am Montag, nach 32,88 Prozent am Sonntag. Die ÖVP wuchs eine Spur stärker, von 32,73 auf 32,85 Prozent. Die Grünen legten von 1,82 auf 2,00 Prozent zu - in ähnlichem Ausmaß auch NEOS (auf 2,85) und die Liste Pilz (2,81). Die FPÖ verlor hingegen mit Einbeziehung der Briefwähler auf 25,26 (nach 26,02).

Leise Hoffnung der Grünen

Leise Hoffnungen der Grünen auf ihren Verbleib im Nationalrat bestehen noch - mit Blick auf die üblicherweise starken Zuwächse durch die Briefwahlauszählung. Aber sowohl in den Briefwahlschätzung der ARGE Wahlen als auch von SORA/ORF blieben die Grünen unter der Vier-Prozent-Hürde. Sie müssten zu den österreichweit 3,32 Prozent vom Sonntag noch sehr kräftig zulegen.

In Kärnten zeichnete sich das nicht ab: Da hatten die Grünen bei den Urnenwählern 2,04 Prozent, nach Auszählung der Briefwahl am Montag waren es 2,40 Prozent. Eine leise Hoffnung besteht freilich noch für Donnerstag, wo noch die am Sonntag in „fremden” Wahlkreisen abgegebene Wahlkarten und Briefwahlstimmen auszuzählen sind.

FPÖ in Kärnten leicht zurückgefallen

Etwa im Ausmaß der Grünen legten in Kärnten auch NEOS (jetzt 4,3) und Liste Pilz (3,6) zu - wobei beide bundesweit ohnehin schon am Sonntag über der Vier-Prozent-Hürde lagen. Sie müssen aber offensichtlich nicht fürchten, aus dem Nationalrat zu fallen. Die FPÖ ging in Kärnten mit der Auszählung der „klassischen” Briefwahl zwar von 33,2 auf 31,8 Prozent zurück, aber sie bleibt klar Erste. Die SPÖ blieb gleich mit 29,3, die ÖVP wurde leicht besser mit 26,8 statt 26,3 Prozent.

Briefwahl-Auswertung wird mit Spannung erwartet

Diesmal warten auf Bundesebene einige Parteien gespannt auf die Briefwahl-Auszählung: Für SPÖ (26,75 Prozent am Sonntag) und FPÖ (27,35) wird sich erst damit endgültig entscheiden, ob sie Zweite oder Dritte wurden. Die Liste Pilz kann zwar ziemlich, aber doch nicht hundertprozentig sicher sein, mit 4,14 Prozent vom Wahlsonntag tatsächlich in den Nationalrat zu kommen.

Und auch der eine oder andere Grüne wird - in Erinnerung daran, dass die Briefwähler die aufhobene BP-Stichwahl im Mai zugunsten Van der Bellens gedreht haben - vielleicht doch noch leise hoffen, dass aus dem 3er noch ein 4er wird. Dafür müssten die Grünen allerdings noch wesentlich stärker bei der Briefwahl zulegen als die Hochrechner für sie (angesichts früherer Wahlen) ohnehin schon eingepreist haben.

apa

stol