Donnerstag, 15. August 2019

Brixen: Naturschützer sorgen sich um Auwald

In dem 3 Hektar großen Auwald im Süden der Brixner Industriezone haben die Tiere – allen voran die Vögel – das Sagen. 64 Brutvogelarten finden in dem Gebiet einen geschützten Rückzugsort, sagt Johannes Wassermann, Tierfotograf, gegenüber dem Tagblatt „Dolomiten“.

Gegner der möglichen Rodung des Auwaldes haben diese Plakate angebracht. Foto: Franz Pattis
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Gegner der möglichen Rodung des Auwaldes haben diese Plakate angebracht. Foto: Franz Pattis

Besagte Tatsache könnte sich demnächst ändern. In der Gemeinde Brixen liegt derzeit ein noch nicht vollständiger Antrag um Bauleitplanänderung vonseiten der Progress Group für eine geplante Erweiterung ihres Betriebsgeländes vor. Der Antrag sei auch deshalb noch nicht vollständig, weil, so Bürgermeister Peter Brunner, der Antragsteller Progress Group entsprechende Umweltausgleichsmaßnahmen mit in diesen Antrag einbringen wolle. Das sei der derzeitige Stand der Dinge. Von einem fertigen Projekt sei man noch weit entfernt.

Derzeit laufen aber bereits Verhandlungen zwischen den Verantwortlichen der Progress, ihren Technikern und Grundeigentümern, um mögliche Flächen zu kaufen. Das Brixner Unternehmen sei damit dabei, entsprechende Ausgleichsmaßnahmen vorzubereiten, so Bürgermeister Peter Brunner (im Bild). Auch seien sowohl die Gemeinde als auch die Antragsteller im Gespräch mit den Umweltverbänden, etwa mit Vertretern der Umweltgruppe Eisacktal Hyla, sagt Brunner. Was die betroffene Fläche angeht, sagt Brunner, handle es sich um knapp 2 Hektar reinen Wald, der restliche Teil sei nicht mehr dicht bewaldet.

„Als Gemeinde Brixen sind wir prinzipiell mit einer Umwidmung des Areals einverstanden – auch weil wir um die Wichtigkeit des Betriebs und seine Innovationskraft wissen – aber es braucht auf alle Fälle diese Ausgleichsmaßnahmen im Sinne der Natur, im Sinne von Flora und Fauna. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, erklärt Brunner – etwa neue Feuchtgebiete zu schaffen oder die bestehenden Biotope in Sarns und in Milland zu erweitern. Die entsprechenden Bewertungen stehen aber noch aus.

Umweltschützer gegen Umwidmung

Gegen eine Umwidmung der besagten Fläche spricht sich hingegen Franz Pattis als Brixner Bürger und Umweltschützer in einer Pressaussendung an die Medien aus: „Mein Appell geht an die Verantwortlichen der Gemeinde Brixen, an die zuständigen Landesämter und die Landesregierung, einem Antrag auf Umwidmung dieses sehr wertvollen Auwaldes im Gewerbegebiet auf keinen Fall zuzustimmen. Wenn schon, sollte man dieses Waldstück endgültig als Biotop ausweisen, um es vor jeglicher Zerstörung zu schützen.“ Pattis ruft in der Aussendung auch andere Umweltverbände auf, mehr „Engagement an den Tag zu legen und mit einer Protestaktion am Auwald Flagge zu zeigen“. Pattis plädiert dafür, die Flächen „südlich des Schlachthofes für die Erweiterung zu nutzen“.

Auf Anfrage der „Dolomiten“ sagte Johannes Wassermann, auch er erwarte sich von den Verantwortlichen ganz klare Schritte im Sinne der Natur. Die angestrebten Ausgleichsmaßnahmen müssten eine gleichwertige, wenn nicht größere Fläche der Natur und ihren Bewohnern in der Eisacktaler Talsohle zugestehen.

D/jp

stol