Freitag, 27. April 2018

Bruneck: Erstmals Denkmalschutz für neuzeitliche Wasserschleuse

Die Landesregierung hat am 24. April auf Antrag von Denkmalpflege-Landesrat Florian Mussner beschlossen, das Überschlagwehr in der Ahr zwischen St. Georgen und Gais in der Gemeinde Bruneck unter Denkmalschutz zu stellen. Der Ressortdirektor für die Denkmalpflege, Valentino Pagani, wird nun im Grundbuchsamt in Bruneck den Antrag auf Eintragung des direkten Denkmalschutzes einbringen.

Die nun denkmalgeschützte Wasserschleuse an der Ahr - Foto: LPA/Amt für Bau- und Kunstdenkmäler
Die nun denkmalgeschützte Wasserschleuse an der Ahr - Foto: LPA/Amt für Bau- und Kunstdenkmäler - Foto: © LPA

Bei dem Überschlagwehr handelt es sich um eine Wasserbauanlage, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Bachbett der Ahr zwischen St. Georgen und Gais errichtet worden ist. Sie besteht aus zwei Dammsperren. Fünf bewegliche Bretterwände mit darüberliegendem Steg und Blechüberdachung sorgten für die Abfluss-Steuerung in einen Seitenkanal am linken Ufer der Ahr (Wiere). Die Wasserkraft der Stauanlage wurde zuletzt für den Antrieb der Maschinen einer Kartonagenfabrik etwa 300 Meter talabwärts genutzt. Die Wasserableitung wurde 1976 eingestellt.

"Bereits 1143 wird eine Mühle an diesem Standort erwähnt", berichtet die Direktorin im Landesamt für Baudenkmäler, Waltraud Kofler, die sich für den Schutz und Erhalt dieses technischen Baudenkmals ausgesprochen hatte. Das bestehende Staubauwerk ist die erste neuzeitliche Wasserschleuse in Südtirol die nun als Baudenkmal geschützt wird. Im Zusammenhang mit der Unterschutzstellung sind Maßnahmen zur Aufwertung der Umwelt und zur Verbesserung der Durchgängigkeit des Wasserlaufs geplant.

lpa

stol