Montag, 04. Mai 2015

Bürger reden bei der Energie mit

Die Energiegenossenschaft SEA (sorvisc, energia, ambiënt) hat seit ihrer Gründung vor fast 15 Jahren ordentlich aufs Gaspedal gedrückt. Diesen Eindruck jedenfalls vermittelte die jüngst abgehaltene Jahreshauptversammlung des Unternehmens.

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Foto: © APA

Vorstand Martin Clara zog letzte Woche bei der Mitgliederversammlung Bilanz: Mehrere Photovoltaikanlagen, ein Blockheizwerk und ein Wasserkraftwerk produzieren für die Gemeinde San Martin de Tor seit Jahren ökologischen Strom.

„Ich bin stolz, dass wir in dieser kurzen Zeit schon so viel auf die Beine gestellt haben“ so Clara, bei der Vorstellung der im vergangenen Jahr abgewickelten Aktivitäten. Den größten Aufwand erforderte bisher  die Übernahme des Verteilernetzes von der SEL-Net mit einer Investition von über 1 Million Euro.

SEA Präsident Clara eröffnete die Versammlung mit einer allgemeinen Information über die Stromwirtschaft auf Staats- und Landesebene und zeichnete einen gedrängten Überblick über die neusten Entwicklungen und Tendenzen auf. Dabei hob er mehrmals hervor, dass eine efiziente Nutzung lokaler Energiequellen nur über eine dezentrale Energieerzeugung und -versorgung Sinn macht, also über die Abkehr von großen zentralen Anlagen hin zu kleineren dezentralen Erzeugungseinheiten. Nur dadurch bleibt die Wertschöpfung und die Wirtschaftskraft im Tal bzw. im Land.

Auch die Eigenführung des Verteilernetzes bringt der lokalen Wirtschaft so manchen Vorteil, ist sich SEA Präsident Martin Clara sicher: Die Wertschöpfung bleibt vor Ort, die Netzbetreibung mehrt das Vermögen des Konsortiums und erhöht dadurch das Eigenkapital, die Genossenschaft hat mehr Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten und es entstehen neue Arbeitsplätze vor Ort.

Fortunato Verginer, seines Zeichens Vorsitzender des Aufsichtrates, bescheinigte der SEA für das Geschäftsjahr 2014 „eine solide wirtschaftliche Basis und eine rundum gesunde Entwicklung“. Die Stromgenossenschaft SEA, so Verginer in seiner Bilanzanalyse, legt einen ausgeglichenen Haushalt vor. Aufgrund des niederschlagreichen Jahres erfuhr 2014 die Produktion eine deutliche Steigerung, der Stromabsatz entspricht in etwa dem des Vorjahres. 2014 konnte ein Jahresüberschuss von knapp 200.000 € erwirtschaftet werden. Besonders erfreut zeigte sich die Geschäftsführung über die steigende Mitgliederzahl (2014 zählte das Konsortium 308 Mitglieder). Grund hierfür sei der Strompreis, der deutlich unter dem der Konkurrenzanbieter liegt und der effiziente und bürgernahe Kundendienst.

„Mit der Unterstützung von seiten der Bevölkerung und der Lokalverwaltung werden wir uns als Stromgenossenschaft weiterhin verbessern und weiterentwickeln und versuchen, unseren Kunden eine sichere und verlässliche Stromversorgung zu gewährleisten", so abschließend SEA Präsident Martin Clara. (SEA)

Giovanni Mischí, San Martin de Tor

stol