Donnerstag, 21. Juli 2016

Buhrufe: Trump-Parteitag läuft aus dem Ruder

Weitere peinliche Regiepanne für Donald Trump beim Parteitag der US-Republikaner: Sein in den Vorwahlen unterlegener Rivale Ted Cruz hat dem Präsidentschaftskandidaten bei einem Beitrag am Mittwoch demonstrativ die Unterstützung verweigert.

Ted Cruz ist Republikaner. Trump will er im November trotzdem nicht wählen.
Ted Cruz ist Republikaner. Trump will er im November trotzdem nicht wählen. - Foto: © APA

Der Großteil des Saales brach daraufhin in wütende Buhrufe aus. Erneut boten die Republikaner zum Auftakt der heißen Wahlkampfphase ein Bild der Zerrissenheit.

Statt die von vielen erwartete Solidaritätsadresse an den Kandidaten zu richten, forderte Cruz die Republikaner auf, bei der Wahl im November „ihrem Gewissen“ zu folgen. „Stimmt für den Kandidaten, dem ihr vertraut, dass er unsere Freiheiten verteidigen und die Verfassung respektieren wird“, sagte der ultrakonservative Senator.

Ohne Trump beim Namen zu nennen, warf Cruz dem Immobilienmogul mangelnde Prinzipienfestigkeit vor: „Wir verdienen Führer, die für Prinzipien stehen, die uns alle auf der Grundlage gemeinsamer Werte vereinen, die Liebe an die Stelle der Wut setzen.“

Trump: Keine große Sache

Die Spannungen im Saal wurden noch dadurch verschärft, dass Trump ausgerechnet zum Ende der Cruz-Rede den Saal betrat und seine Anhänger begrüßte. Im Internetdienst Twitter schrieb der Geschäftsmann wenig später, dass er Cruz' Redetext zwei Stunden vorab gesehen habe, und „ich habe ihn trotzdem reden lassen“. Das Ganze sei „keine große Sache“.

apa/afp

stol