Montag, 10. Oktober 2016

Bundesanwaltschaft: Al-Bakr bereitete Anschlag „konkret“ vor

Der nach dem Bombenfund von Chemnitz festgenommene Terrorverdächtige hat laut Bundesanwaltschaft einen islamistisch motivierten Anschlag in Deutschland geplant und bereits konkret vorbereitet. Erkenntnisse dafür, dass Dschaber al-Bakr schon ein konkretes Ziel ins Auge gefasst habe, lägen aber derzeit nicht vor, hat die Behörde am Montag in Karlsruhe mitgeteilt.

Am Montag wird Al-Bakr einem Richter vorgeführt.
Am Montag wird Al-Bakr einem Richter vorgeführt. - Foto: © APA/DPA

In der Wohnung des 22-Jährigen wurden demnach „rund 1,5 Kilogramm extrem gefährlicher Sprengstoff“ gefunden, „sowie weitere Materialien, die unter anderem zur Herstellung einer Sprengstoffweste geeignet sind“.
Der bundesweit gesuchte Mann war in der Nacht zum Montag in Leipzig festgenommen worden. Die Ermittler in Sachsen gehen davon aus, dass er Kontakte zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hatte.

Die Bundesanwaltschaft habe die Ermittlungen „wegen der besonderen Bedeutung des Falles“ übernommen, hieß es weiter.

Al-Bakr soll im Netz nach Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoffvorrichtungen gesucht haben

Dem ebenfalls inhaftierten 33-jährigen Syrer Khalil A. wirft die Bundesanwaltschaft vor, Al-Bakr seine Chemnitzer Wohnung zur Nutzung überlassen und für ihn „in Kenntnis seiner Anschlagspläne“ die notwendigen Stoffe im Internet bestellt zu haben.

Weiter teilte die Anklagebehörde mit, dass Al-Bakr zumindest Anfang Oktober 2016 im Internet nach Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoffvorrichtungen und Ausrüstungsgegenständen für den sogenannten „Dschihad“ gesucht habe.

dpa

stol