„Die Buren, wie sie bei uns in Europa genannt werden, sind Nachfahren holländischer, deutscher, wallonischer und französischer Siedler, die seit 1652 vom Kap der guten Hoffnung aus Südafrika besiedelten“, erzählt Hugo-Daniel Stoffella. „Sie selbst nennen sich nicht Buren, sondern Afrikaaner. Ihre Muttersprache gilt als die jüngste germanische Sprache der Welt und entstand aus der Verschmelzung von niederländischen, französischen, deutschen und afrikanischen Sprachelementen.“<BR /><BR />„In ihrem Freiheitskampf gegen die Briten, sahen die Buren Andreas Hofer als ihr Vorbild, und die Erinnerung an den Tiroler Freiheitshelden ist heute noch lebendig. Zwar waren sie der Weltmacht Großbritannien militärisch hoffnungslos unterlegen, dennoch gelang es ihnen, in der ersten Phase des Krieges den Briten empfindliche Niederlagen zuzufügen,“ so Stoffella.<BR /><BR />„Die Beziehung der Buren zu Südtirol reicht also weit in die Geschichte zurück. Bei den Verhandlungen um den Pariser Vertrag spielte ein Bure eine nicht unwesentliche Rolle: Jan Christiaan Smuts, ehemaliger General im Burenkrieg und Verehrer Andreas Hofers sowie damaliger Premierminister der Südafrikanischen Union, stand mit Friedl Volgger und Erich Amonn in Verbindung und unterstützte die Anliegen der Südtiroler,“ erzählt Stoffella aus dem Geschichtsbuch.<BR /><BR />„Die hochkarätige Delegation war aber nicht nur aus historischen Gründen zu Besuch in Südtirol, sondern ist an einem regen Austausch interessiert. Die Afrikaans verfügen zwar über keine Verwaltungsautonomie, sind aber als Sprachminderheit im Bereich Kultur und Bildung sehr aktiv und haben u.a. eine eigene autonome Universität gegründet. Deren Rektor Martinus Visser hat sich bei Paul Videsott, der Professor an der Uni Bozen ist, ausführlich über unsere Freie Universität informiert,“ so Stoffella, der die Bedeutung des SVI als Botschafter und Brückenbauer zu anderen Sprachminderheiten unterstreicht.