Zu sehen ist auf den Bildern, wie vier Angehörige der städtischen Polizei eine Frau umringen, die mit Leggings, einem langen türkisfarbenen Oberteil und mit einem um den Kopf gewickelten Tuch am Strand der südfranzösischen Stadt liegt – einen Burkini trägt sie nicht. Dann zieht die Frau das türkisfarbene Oberteil aus, unter dem sie noch ein ärmelfreies Oberteil trägt."Gipfel der Absurdität"Unklar ist, ob die Polizisten die Frau zuvor aufgefordert hatten, das lange Oberteil auszuziehen, wie britische Medien es darstellen. Auf Twitter gab es trotzdem umgehend empörte Reaktionen: „Sie wollen ihr ihre Kleidung wegnehmen“, schrieb der Vorsitzende des Kollektivs gegen Islamfeindlichkeit in Frankreich, Marwan Muhammad.Der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Kenneth Roth, sprach von einem „Gipfel der Absurdität“. Height of absurdity: Nice police seem to force burkini-clad woman to remove it and fine her. https://t.co/rhHfOEQ5Dz pic.twitter.com/yQ4egCwjrq&mdash Kenneth Roth (@KenRoth) 24. August 2016Hollywood-Star Susan Sarandon schrieb auf Twitter: „Französische Polizisten setzen das Burkini-Verbot durch, indem sie eine Mutter zwingen, ihre muslimische Kleidung auszuziehen.“ Frauen mussten wegen Kopftuch Strafe zahlenDer Burkini – eine Wortschöpfung aus Burka und Bikini – bedeckt den ganzen Körper und wird von muslimischen Frauen getragen, die beim Baden einer strengen Auslegung des Islam entsprechen wollen. Der Burkini wird in den Dekreten der Bürgermeister nicht namentlich genannt. Vielmehr wird Frauen der Zugang zum Strand untersagt, die „keine korrekte Kleidung tragen, die die guten Sitten und die Laizität respektiert sowie die Hygiene- und Sicherheitsregeln beim Baden achtet“.Seit Verhängung der Burkini-Verbote sind bereits gegen mehrere Frauen Geldstrafen verhängt worden. Die französische Menschenrechtsliga hat mit 16 dieser Frauen gesprochen – und gibt an, dass keine von ihnen einen Burkini getragen habe, sondern ein Kopftuch.Gleiches gilt für die Frau, deren Polizeikontrolle am Mittwoch für Aufregung sorgte. Das Rathaus von Nizza konnte zunächst nicht sagen, ob sie wegen ihrer Kleidung einen Geldstrafbescheid erhielt, wie es die Fotos nahelegen.apa/afp