<b>Von Alexander Zingerle</b><BR /><BR />Hundetraining ist ein Stück weit auch immer Persönlichkeitsentwicklung. Davon ist Celine Fischnaller überzeugt. Durch die eingehende Auseinandersetzung mit dem Vierbeiner, mit seinem Verhalten, seinen Vorlieben und auch seinen Flausen wachse man auch als Mensch.<BR /><BR /> „Hunde“, so die klare Ansage von Celine, „halten uns einen Spiegel vor, und gerade hier wird es spannend.“ Eine faire, konsequente und liebevolle Beziehung mit dem eigenen Vierbeiner sei die Voraussetzung für ein gelingendes Miteinander, unerwünschte oder seltsame Verhaltensweisen könne man dagegen sehr wohl zurechtbiegen. <BR /><BR />Gerade hier setzt die Vilpianerin, die mittlerweile in der Eppaner Fraktion Unterrain lebt, mit ihrem über mehrere Jahre erworbenen Hunde-Knowhow an. „Bei meinen Trainings geht es vereinfacht gesagt vor allem darum, den Vierbeinern gute Manieren beizubringen, sie gewissermaßen zu erziehen“, erklärt sie ihren Ansatz. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1344255_image" /></div> <BR />Bei manchen Mensch-Hunde-Teams pendle sich das schnell ein, bei anderen hingegen sei die Lage komplizierter. Aber hoffnungslos sei eigentlich kein Fall, denn „wenn der Mensch an sich arbeitet und gewisse Dinge ändert, dann kann auch der Hund sein Verhalten ändern“. <h3> Dolmetschen zwischen Mensch und Tier</h3>Celine Fischnaller sieht sich nicht als klassische Hundetrainerin, sondern vielmehr als „Dolmetscherin“ zwischen Mensch und Tier. Vor vier Jahren hat sie ihre Hundeschule mit dem Namen „Chaos Köter“ eröffnet, seitdem – und auch schon lange davor – hat sie eine Vielzahl an Schulungen und Praktika gemacht. <BR /><BR />Aus reinem Interesse sei längst eine Herzensangelegenheit geworden. Trotzdem war dieser Werdegang nicht vorgezeichnet, im Gegenteil. Celine blickt zurück: „Zwar wollte ich schon als Kind einen Hund, allerdings war in meinem Elternhaus keiner erwünscht, was ich im Nachhinein auch verstehen kann. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1344258_image" /></div> <BR />Viele Jahre später, aufgrund eines beruflichen Wechsels meines Vaters, ergab sich schließlich die Gelegenheit, einen Hund anzuschaffen – den Australian Shepherd Willy. Ich begann, mich in die Materie einzulesen und wollte immer mehr wissen. Und so hat ein Schritt den nächsten ergeben.“ <BR /><BR />Ihr ansehnliches Curriculum umfasst klassische Hundekurse ebenso wie spezielle Ausbildungen für aggressive oder besonders ängstliche Vierbeiner, seit mehreren Jahren arbeitet sie mit Pflegehunden oder heimatlosen Hunden, um ihnen einen Neustart zu ermöglichen. Neuerdings macht sie außerdem eine Ausbildung in der Rettungshundestaffel. <BR /><BR /><embed id="dtext86-75864757_listbox" /><h3> Vom Hundeknigge bis zum „Superhelden“</h3>„Sicherlich ist es ein ungewöhnlicher Beruf, aber ich könnte mir keinen schöneren vorstellen“, versichert die 29-Jährige. Willy ist heute sieben Jahre alt und genießt mittlerweile die Gesellschaft von Ginny, genauso ein Australian Shepherd. Zu ihrem Tätigkeitsfeld zählt Celine verschiedenartige Kurse, das Spektrum reicht von Welpenbegleitung und Hundeknigge bis hin zur Maulkorbberatung oder der Ausbildung von „Superhelden“. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1344261_image" /></div> <BR />Sie verfügt nicht über ein eigenes Trainingsgelände, vielmehr bevorzugt sie es, die Hundehalter mitsamt Vierbeinern in ihrer jeweiligen Umgebung bzw. im Alltag kennenzulernen. Gerade solche Hausbesuche seien zumeist besonders aussagekräftig.<h3>Das Modeln führte Celine ins Reich der Mitte</h3>Eigentlich war für Celine ein völlig anderer Weg vorgezeichnet. Mit 18 Jahren beteiligte sie sich an der Wahl zur „Zett“-Miss Südtirol, am 9. Oktober 2015 wurde sie beim großen Finale im Meraner Kursaal Zweite und damit Vize-Miss hinter Nicole Uibo. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1344264_image" /></div> <BR />Nach Abschluss des Sprachengymnasiums begann sie im Modelbusiness Fuß zu fassen – zunächst in Mailand als Fashion- und Fotomodel, danach verschlug es sie 21-jährig über die Agentur „Eskimo Model Management“ nach China. Hellhäutige, großgewachsene Europäerinnen verkörpern im Reich der Mitte die Sehnsucht nach der westlichen Welt. Noch immer wird damit das Versprechen nach Freiheit und Aufstiegsmöglichkeiten verbunden. <BR /><BR />Nach ein paar Jahren hatte Celine dann doch genug vom Modeln, kehrte zurück in die Heimat und half zwischenzeitlich im elterlichen Hotel, dem Ranuimüllerhof in Villnöß, aus. „Wenn es mit der Hundeschule nichts geworden wäre, dann wäre ich wohl im Hotelbereich geblieben“, meint sie rückblickend. <BR /><BR />Heute ist sie für die diversen Lebenserfahrungen dankbar, alles habe sich zum Besten gefügt. Zwischendurch ergibt sich noch der eine oder andere Modelauftrag – für sie ein willkommener Nebenverdienst. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1344267_image" /></div> <BR />„Auch aus meiner Freizeit sind Hunde kaum wegzudenken“, muss sie selbst schmunzeln. Ganz egal, ob beim Laufen oder bei Bergwanderungen – meistens ist Willy oder Ginny mit von der Partie. Gerade an heißen Sommertagen sehnt auch sie die Berge herbei – vor allem jene ihrer zweiten Heimat in Villnöß. <BR /><BR />Auf rund 1.900 Metern Meereshöhe, direkt unter den monumentalen Geislern, befinden sich die weitläufigen Almwiesen der Gampen Alm. „Das ist für mich ein echter Kraftplatz, inmitten dieser einmaligen Kulisse fühlt man sich ganz eins mit der Natur“, schwärmt Celine.<BR /><BR /><embed id="dtext86-75864753_listbox" />