Freitag, 30. Oktober 2015

Chaos in Rom: Hauptstadt führungslos

In der italienischen Hauptstadt ist das politische Chaos nach dem Hin und Her um den Amtsverbleib von Bürgermeister Ignazio Marino perfekt: Insgesamt 26 Mitglieder des Gemeinderats erklärten am Freitag ihren Rücktritt.

Aus für Ignazio Marino: Der Bürgermeister von Rom kann nach seinem Rücktritt nicht wie geplant das Ruder herumreißen. - Archivbild
Aus für Ignazio Marino: Der Bürgermeister von Rom kann nach seinem Rücktritt nicht wie geplant das Ruder herumreißen. - Archivbild - Foto: © APA/Reuters

Damit gelten Stadtparlament und Stadtregierung laut italienischen Medienberichten als aufgelöst und Marino als nicht länger im Amt. Der Präfekt der Provinz Rom müsse nun einen Kommissar ernennen, meldete die Nachrichtenagentur Ansa.

Marino, dem unter anderem vorgeworfen wird, private Essen mit der städtischen Kreditkarte bezahlt zu haben, hatte am 12. Oktober seinen Rücktritt eingereicht. Am Donnerstag machte er aber von der Möglichkeit Gebrauch, diesen binnen einer 20-Tage-Frist zu widerrufen.

Marino gehört zum Partito Democratico (PD) von Ministerpräsident Matteo Renzi, in der er jeden Rückhalt verloren hat. Von den 26 Gemeinderatsmitglieder, die am Freitag ihr Mandat niederlegten, gehörten laut Ansa 19 zum PD.

Marino warf den Abgeordneten in einer Pressekonferenz am Abend vor, sich einer öffentlichen Auseinandersetzung im Ratssaal verweigert zu haben.

dpa

stol