Dienstag, 13. Januar 2015

„Charlie-Hebdo“ erscheint mit Mohammed-Zeichnung auf dem Cover

Eine neue Mohammed-Zeichnung auf dem Titel und drei Millionen Exemplare Auflage: Das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ will am Mittwoch beweisen, dass es sich vom Terror nicht kleinkriegen lässt. „Alles ist vergeben“ steht groß auf dem neuen Titel.

Foto: © APA/EPA

Das religionskritische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ stemmt sich eine Woche nach dem von Islamisten in Paris verübten Anschlag gegen den Terror. Mit einer Zeichnung des Propheten Mohammed auf dem Titel und einer Rekordauflage von drei Millionen Exemplaren soll an diesem Mittwoch die neue Ausgabe der Zeitschrift erscheinen.

Nach den Anschlägen islamistischer Terroristen verstärkt Frankreich mit einem Aufgebot von 10.000 Soldaten massiv die Sicherheitsvorkehrungen, wie Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian unterdessen am Montag ankündigte.

„Alles ist vergeben“

Das am Montagabend vorab veröffentlichte Titelbild des Magazins zeigt eine Zeichnung des Propheten Mohammed, der trauernd ein Schild mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ (deutsch: Ich bin Charlie) in den Händen hält. Über der Zeichnung steht in großen Buchstaben „Tout est pardonné“ (deutsch: Alles ist vergeben).

Bei Tageszeitung „Libération“ entstanden

Die erste Ausgabe nach dem Attentat entstand in den Räumen der Tageszeitung „Libération“ in Paris, die wie andere französische Medien den Überlebenden des Anschlags auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ Unterstützung zugesagt hatte. Der Kolumnist des Magazins, Patrick Pelloux, hatte bereits einen Tag nach dem Anschlag auf die Redaktion mit zwölf Toten ein neues Heft angekündigt.

Als Hintergrund des Terroranschlags gelten die früheren islamkritischen Mohammed-Karikaturen des Blattes. Nach den Glaubensvorstellungen von Muslimen sollen weder Gott noch Mohammed oder andere Propheten bildlich dargestellt werden. Das hängt mit dem Verbot der Anbetung von Götzen zusammen.

Suche nach Hintermännern läuft

In Frankreich sucht die Polizei weiter nach Unterstützern der Terroristen. Es gebe „ohne Zweifel einen Komplizen“, sagte Premier Manuel Valls. „Die Jagd geht weiter.“

Für diesen Dienstag kündigte Valls eine Trauerfeier für die drei bei den Anschlägen getöteten Polizisten an. Dazu wird auch Präsident François Hollande erwartet. Noch in dieser Woche soll eine Zeremonie zum Gedenken an alle Opfer im Invalidendom in Paris stattfinden.

dpa

stol