Samstag, 28. April 2018

China und Indien wollen Grenzstreit gewaltfrei regeln

Die beiden asiatischen Atommächte China und Indien streben einen friedlichen Umgang mit ihren seit Jahrzehnten schwelenden Grenzstreitigkeiten an. Chinas Präsident Xi Jinping und der indische Premierminister Narendra Modi einigten sich bei einem zweitägigen Treffen auf „ernsthafte vertrauensbildende Maßnahmen“, wie es am Samstag vom indischen Außenministerium hieß.

Die Länder wollen sich um gegenseitiges Verständnis, Berechenbarkeit und Effektivität im Umgang mit Grenzfragen bemühen.
Die Länder wollen sich um gegenseitiges Verständnis, Berechenbarkeit und Effektivität im Umgang mit Grenzfragen bemühen. - Foto: © shutterstock

Im vergangenen Jahr war es im Grenzgebiet zu schweren militärischen Spannungen gekommen. Nun seien die Streitkräfte beider Länder angewiesen worden, ihre Kommunikation zu verbessern, erklärte das indische Ministerium nach dem Treffen in der chinesischen Stadt Wuhan. Ziel sei es, „gegenseitiges Verständnis, Berechenbarkeit und Effektivität im Umgang mit Grenzfragen zu stärken“. Die chinesische Staatsagentur Xinhua berichtete, das Treffen sei „in entspannter und freundlicher Atmosphäre“ verlaufen.

Erst im vergangenen Sommer hatten sich indische und chinesische Streitkräfte im Himalaja gegenübergestanden. Es ging um die umstrittene Doklam-Hochebene, die sowohl China als auch Indiens Verbündeter Bhutan für sich beanspruchen. Im August 2017 zogen sich dann die indischen und chinesischen Soldaten zurück, eine schwerere Krise wurde abgewendet.

Im Jahr 1962 hatten die beiden Staaten einen Krieg um den Grenzverlauf im Himalajagebiet Arunchal Pradesh geführt. Dort streiten sich beide Länder um ein 90.000 Quadratkilometer großes Gebiet; der Zwist wurde nie endgültig beigelegt.

apa/afp

stol