Samstag, 17. Dezember 2016

China will US-Drohne zurückgeben, aber scharfe Töne

Kurz vor dem Präsidentenwechsel in Washington belastet die Beschlagnahme einer US-Forschungsdrohne das Verhältnis zu China. Peking will sie zwar zurückgeben – fährt aber scharfe Wortgeschütze auf.

Symbolbild
Symbolbild - Foto: © shutterstock

China will eine in internationalen Gewässern beschlagnahmte US-Forschungsdrohne zurückgeben. Eine entsprechende Übereinkunft sei in direkten Gesprächen erzielt worden, bestätigte Pentagon-Sprecher Peter Cook am Samstag.

Das Verteidigungsministerium in Peking kündigte laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua eine Rückgabe „auf angemessene Weise“ an, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Zugleich warf es Washington in einer schriftlichen Erklärung eine „unangebrachte“ Dramatisierung des Vorfalles vor.

Chinesisches Marineschiff fischt Drohne aus Meer

Erneut wurde auch Amerikas „langjährige“ Praxis „militärischer Erkundungen aus nächster Nähe“ in von China beanspruchten Gewässern angeprangert. China fordere ein Ende dieser Aktivitäten, werde weiter „wachsam“ sein und „nötige Maßnahmen als Antwort ergreifen“.

Nach Angaben des Pentagons hatte das US-Militär das unbemannte Fahrzeug im Zuge von „Routine-Operationen“ im Südchinesischen Meer nahe den Philippinen zum Sammeln von ozeanographischen Daten eingesetzt. Es wollte die Drohne gerade bergen, als die Besatzung eines chinesischen Marineschiffes eingriff.

Trump äußert sich auf Twitter

Der Vorfall spielt vor dem Hintergrund eines angespannten Verhältnisses Chinas und der USA. Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte Peking mit einem direkten Telefonat mit Taiwan verärgert und danach die Ein-China-Politik der USA infrage gestellt.

Am Samstag äußerte sich der Republikaner via Twitter auch zur Beschlagnahme der Drohne. Sie sei in internationalen Gewässern von China „gestohlen“ worden, schrieb Trump und sprach von einem „bisher einmaligen“ Vorgang.

dpa

stol